Parlament schließt Sanierung des Gebäudes am Kirchweg aus – Umzug oder Neubau

Drei Varianten für Niederaulaer Kindergarten

Zukunft ungewiss: Die Niederaulaer Gemeindevertreter haben sich gegen eine Sanierung des Kindergartens am Kirchweg entschieden. Geprüft werden jetzt ein Neubau am selben Standort sowie zwei Umzugsvarianten. Foto: Eisenberg

Niederaula. Die Zukunft der Kindertagesstätte am Niederaulaer Kirchweg ist zwar weiterhin offen – während ihrer Sitzung im Niederjossaer Dorfgemeinschaftshaus haben die Niederaulaer Gemeindevertreter jedoch erste Weichen gestellt.

Einstimmig beschlossen sie, rund 168 200 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm komplett in den Bau von Kindertagesstätten zu investieren. Weiterhin waren sich die Fraktionen einig, dass eine Sanierung des aus dem Jahr 1962 stammenden Gebäudes für sie nicht in Frage kommt. Zuvor hatte Bürgermeister Thomas Rohrbach vier mögliche Varianten vorgestellt: Erste Möglichkeit wäre ein Umbau des evangelischen Gemeindehauses in Kerspenhausen. Weil dort aber nur eine der beiden Gruppen Platz finden würde, wäre zusätzlich ein Anbau an die neue Krippengruppe an der Schlitzer Straße notwendig. Dort könnte die zweite Gruppe unterkommen. Die Kosten für diese Variante bezifferte der Bürgermeister auf rund 324 000 Euro.

Großes Risiko

Die zweite – von der Gemeindevertretung verworfene – Variante wäre eine Sanierung des bestehenden Gebäudes mit Anbauten an die jeweiligen Gruppenräume. Die Kosten dafür gab Rohrbach mit 427 500 Euro an – wobei wegen der alten Bausubstanz die Unwägbarkeiten in der Kalkulation besonders groß seien. Dritte Variante wären Abriss und Neubau am alten Standort. Das würde rund 754 000 Euro kosten. Vorher müssten laut Rohrbach allerdings der Grundstücksfragen sowie mögliche Abstandszahlungen an die Gemeinde-Diakoniestation geklärt werden. Die Kita steht auf dem Gelände der Kirchengemeinde – auf demselben Grundstück wie die Kirche selbst. Die Fläche müsste deshalb entlang des Verbindungsweges geteilt werden. Der Kita-Teil könnte nach Rohrbachs Ansicht anschließend für einen symbolischen Euro in den Besitz der Gemeinde übergehen.

Vierte Variante wäre ein Neubau auf der grünen Wiese – beispielsweise im Bereich des Lidl-Marktes oder an der Fuldastraße. Die Kosten dafür hat die Gemeinde mit 899 000 Euro kalkuliert. Bürgermeister Thomas Rohrbach bat die Fraktionen an diesem Abend um ein erstes Stimmungsbild. Die Grünen favorisieren einen Neubau am alten Standort. Aus der Sicht von CDU und AfD ist das Gemeindehaus in Kerspenhausen als Kindertagesstätte ungeeignet, während es die SPD als zu früh erachtete, sich auf eine Variante festzulegen. Vertreter der Kirchengemeinde hatten sich bereits öffentlich für einen Erhalt des bisherigen Kita-Standortes ausgesprochen. Mit dem Beschluss der Gemeindevertreter sind drei Varianten weiter im Rennen.

Entscheidung steht aus

Die Auswahl hängt wohl auch davon ab, ob die Krankenpflegestation das Gebäude verlassen oder komplett nutzen will. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, die Zeichen stünden derzeit jedoch eher auf Auszug, berichtete der Bürgermeister.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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