Busunglück und andere schwere Unfälle beschäftigten die Kirchheimer Feuerwehren

Ein dramatisches Jahr

Ausgezeichnet: Eingerahmt von Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch und Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch (von links) sowie Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Thomas Daube (von rechts), freuten sich über Ehrenurkunden und Plaketten des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbandes (von links): Hans Burghardt, Jens Diebel, Reinhold Hess, Heinrich Schreiber, Karl-Heinz Pfaff, Wilfried Orth, Georg Ickler und Heinrich Schenk. Foto Löwenberger

Heddersdorf. Der schwere Busunfall im Dezember auf der A4 beschäftigte die Kirchheimer Feuerwehren auch bei ihrer Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus Heddersdorf.

Ein mit 49 Personen besetzter Reisebus war im Bereich der Asbachtalbrücke etwa 25 Meter eine Böschung hinab gestürzt. 30 Personen wurden dabei verletzt, fünf überlebten das Unglück nicht. Die Einsatzkräfte aus Kirchheim seien über zwölf Stunden an der Unfallstelle gewesen, berichtete Schneemilch. Erfreulich sei die gute Koordination und die große Professionalität während des Einsatzes gewesen, was später auch in der Fachwelt und in der Öffentlichkeit für Anerkennung gesorgt habe. Schneemilch betonte aber auch, dass gerade solche Einsätze ohne schweres technisches Gerät nicht zu bewerkstelligen seien. Kirchheims Pfarrerin Melanie Hetzer, selbst aktive Feuerwehrfrau, ermunterte später in ihrer Funktion als Notfallseelsorgerin die Kameradinnen und Kameraden, nach solch belastenden Einsätzen ihre Hilfe und die ihrer Kollegen in Anspruch zu nehmen.

Nach Routine sah zunächst ein Auffahrunfall auf der A4 im März aus, berichtete Schneemilch weiter: Auslaufen von Betriebsstoffen. Durch Starkregen und den vorbeifließenden Verkehr breiteten sich am Ende auf der abschüssigen Strecke auf einer Länge von rund fünf Kilometern 300 bis 400 Liter Diesel auf mehr als 30 000 Quadratmetern aus. Sechs Tonnen Bindemittel mussten ausgestreut, die Feuerwehr Bad Hersfeld mit einem Spezialfahrzeug um Unterstützung gebeten und die Autobahn über Stunden voll gesperrt werden. Der Stau reichte bis über das Hattenbacher Dreieck hinaus.

600 Liter Diesel in Graben

Rund 600 Liter Diesel flossen auf der A7 in Höhe des Überholbahnhofs Beiersgraben ungehindert in einen Flutgraben, weil die Feuerwehr erst 45 Minuten nach einem Unfall alarmiert wurde. Bindemittel und Ölsperren kamen damit zu spät. Schließlich musste eine Spezialfirma wochenlang eine Ölabsaugung aufrecht erhalten und der Graben „für teures Geld“ komplett saniert werden. Dramatisch gestaltete sich die Rettung der Besatzung eines 7,5 Tonners. Dessen total zertrümmertes Führerhaus war so tief in einem vorausfahrenden Sattelzuges eingedrungen, dass erst nach Aufschneiden der Plane erkennbar wurde, wie viele Personen sich darin befanden. Gemeinsam brauchten die Feuerwehren Kirchheim und Bad Hersfeld über 80 Minuten, um Fahrer und Beifahrer zu befreien, schwerverletzt aber lebend.

Viel Adrenalin habe die Meldung: „Brand Museumsscheune an der Aula“ am Abend des 12. Dezember ausgelöst. Was zunächst dramatisch klang und auch so aussah, stellte sich dann aber „nur“ als Feuer in einem Schuppen heraus. Der konnte schnell gelöscht, eine wertvolle Kutsche aber nicht mehr gerettet werden. Als Ursache nahm Schneemilch Brandstiftung an.

Von Bernd Löwenberger

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