Bürgermeisterwahl in Niederaula: Thomas Rohrbach kandidiert für zweite Amtszeit

Im Dienst auch beim Sport

Nicht immer bleibt Zeit fürs Familienleben: Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach (Mitte) mit seiner Frau Melanie und (von links) den Söhnen Milan, Laurin und Julian. Foto: nh

Niederaula. Für seine erste Amtszeit wusste Thomas Rohrbach ein deutliches Votum hinter sich: Mit 54,29 Prozent der Wählerstimmen – und damit ohne Stichwahl – hatte sich der unabhängige Kandidat am 14. September 2008 gegen die SPD- und CDU Mitbewerber durchgesetzt. „In den letzten zwei Tagen vor der Wahl hatte ich ein gutes Gefühl, ich war aber von einer Stichwahl ausgegangen“, blickt der Rathauschef sechs Jahre später zurück.

Nicht nur beruflich hat sich für Rohrbach, der zuletzt die Filiale der VR-Bank an der Bad Hersfelder Dudenstraße geleitet hatte, einiges geändert. „Als Bürgermeister ist man immer im Dienst, selbst auf dem Sportplatz oder im Supermarkt“, berichtet der 43-Jährige. Da könne es durchaus vorkommen, dass das Brötchenholen im benachbarten Supermarkt auch mal 45 Minuten dauere, weil er unterwegs auf aktuelle Themen angesprochen werde.

Engagieren für Heimatort

Bereut habe er seine Kandidatur bisher trotzdem nicht, sagt Rohrbach. Schließlich sei es ihm nie darum gegangen, irgendwo Bürgermeister zu werden, sondern sich für seinen Heimatort zu engagieren und dabei für die Menschen ansprechbar zu sein.

Für seine drei Söhne sei es nicht immer ganz einfach gewesen, dass manchmal kurzfristig Dienstliches dazwischengekommen sei, erzählt Rohrbach. Immerhin hat die Familie in der Freizeit ähnliche Interessen: Zwei seiner Söhne sind aktive Fußballer, der dritte Schiedsrichter. Auch Rohrbach selbst engagiert sich noch im Sportverein – wenn auch nicht mehr mit einem Vorstandsposten.

Die Nebenerwerbslandwirtschaft hat der 43-Jährige hingegen nach dem Tod seines Vaters aus Zeitgründen aufgegeben – auch wenn er die Arbeit auf dem Hof als Ausgleich immer geschätzt habe.

Jetzt bewirbt sich Rohrbach um eine zweite Amtszeit, obgleich die Situation nicht ganz einfach sei. Unterstützt wird die Kandidatur von der SPD. Im Zusammenhang vom umfangreichen Straßen- und Kanalbauprogramm spricht Rohrbach von einem „schweren Erbe“, im Streit um die Straßenbeiträge ist Rohrbach heftiger Kritik der Minderheistfraktionen sowie des Vereins Bürger für Niederaula ausgesetzt.

Ziele umgesetzt

„Ich weiß, auf was ich mich einlasse“, sagt der 43-Jährige. Unterm Strich habe er alle wesentlichen vor sechs Jahren formulierten Ziele auch umgesetzt. Insbesondere, dass ihm jetzt mangelnde Transparenz vorgeworfen wird, will Rohrbach so nicht stehen lassen. So habe es zu jeder Baumaßnahme Informationsveranstaltungen gegeben. Außerdem sei er für Bürger und Kommunalpolitiker jederzeit ansprechbar – auch wenn dieses Angebot nicht von allen Fraktionen genutzt werde. „Solange mein Auto auf dem Parkplatz vor dem Rathaus steht, kann man auch ohne Termin klingeln. Das gilt auch abends um 20 Uhr“, unterstreicht der Rathauschef.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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