Großübungsszenario nach Gewitter mit Starkregen fordert den Feuerwehren einiges ab

Chaos in Willingshain

Ein Baum ist auf ein verunglücktes Fahrzeug gestürzt. Die Rettung des verletzten Fahrers ist eine der Aufgaben, die die Kirchheimer Wehrleute lösen müssen.

Willingshain. Nach einem sehr heißen Tag zieht ein heftiges Gewitter mit Starkregen und hoher Blitzrate über den Kirchheimer Ortsteil Willingshain am Fuße des Eisenbergs. In aller Hektik versuchen die Landwirte ihre Erntewagen unter Dach zu rangieren. Die Straßen stehen zum Teil unter Wasser.

Gegen 17 Uhr schlägt ein Blitz in eine Scheune im Kastanienweg ein, kurz darauf steigen dicke Rauchwolken über dem Dach auf. Was niemand weiß: In der Scheune haben mehrere Kinder Schutz vor dem Unwetter gesucht. Fast zur gleichen Zeit – vermutlich hat der Blitzeinschlag den Fahrer irritiert – prallt ein Personenwagen gegen einen Baum. Der kippt um, fällt auf das Fahrzeug, eine verletzte Person wird eingeklemmt, auslaufendes Benzin entzündet sich.

Dieses Horrorszenario hatten sich die Verantwortlichen für die Großübung anlässlich des Gemeindefeuerwehrtages und des 90-jährigen Bestehens der Willingshainer Feuerwehr ausgedacht. Nach und nach wurden alle Kirchheimer Feuerwehren alarmiert und knapp 80 Feuerwehrfrauen und -männer nahmen mit 15 Fahrzeugen den Kampf gegen das Inferno auf. Gut strukturiert und in drei Einsatzabschnitte unterteilt, lösten die Einsatzkräfte ihre Aufgaben mit Bravour.

Nach der erfolgreichen Übung lud der Frielinger Pfarrer Philipp von Stockhausen zu einer kurzen Andacht in die Willingshainer Festhalle.

Im anschließenden offiziellen Festabschnitt gab es Gastreden mit Dank, Lob und Anerkennung, aber auch kritischen Anmerkungen von Bürgermeister Manfred Koch, Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch, Ortsvorsteher Reiner Weppler, Kreisbrandmeister Martin Orf, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Marco Kauffunger und dem Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra. Ehe man sich dem gemütlichen Teil des Abends zuwandte, wurden noch einige Ehrungen und Beförderungen ausgesprochen (siehe Kasten) und ein bereits vor einiger Zeit in Betrieb genommenes HF 2018 offiziell übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Sonntag begann für 18 Mannschaften mit einem Orientierungsmarsch mit einigen Sonderaufgaben. Unter anderem musste die Gefahren, die von modernen Fotovoltaikanlagen ausgehen richtig erkannt werden.

Die Siegerehrung am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen zeigte Niederaula auf Platz drei hinter Kirchheim und der Mannschaft aus Heddersdorf, die auch noch den Wanderpokal der Gemeinde gewann. Die Siegerehrung für die Wettkämpfe der Jugendfeuerwehren hatte bereits am Samstag stattgefunden. Hier siegte die Mannschaft „Breitenbach a. H 2“ vor „Breitenbach 1“ und Kirchheim. Letztere nahmen auch den Gemeindepokal mit nach Hause.

Von Bernd Löwenberger

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