Kirchheimer Feuerwehr fuhr im vergangenen Jahr 92 Einsätze – Nur ein Hausbrand

Brennpunkt Autobahn

Kirchheimer Leistungsträger: Mit Geldprämien des Landes wurden diese Feuerwehrleute bedacht, die seit zehn, 20 oder 30 Jahren Dienst tun. Zudem wurden auch Feuerwehrleute befördert. Das Brandschutzehrenzeichen in Silber des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbandes nahm Paul Schön aus der Hand von Hermann Funk entgegen, der momentan die Dienstgeschäfte des Kreisbrandinspektors Jürgen Weingarten wahrnimmt. Foto: privat/nh

Heddersdorf. Die Kirchheimer Feuerwehr war im vergangenen Jahr mindestens einmal pro Woche auf oder an der Autobahn im Einsatz.

Das berichtete Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch während der Jahreshauptversammlung im Heddersdorfer Gemeinschaftshaus.

92 mal rückten Thomas Schneemilch und die Kirchheimer Feuerwehrmänner und Frauen aus. 48 mal brannten dabei Personenwagen oder Laster auf der A4, A5 oder A7. Die Kirchheimer sind zuständig für 65 Kilometer Autobahn. Dazu kamen noch 27 Fälle von technischer Hilfeleistung, bei denen auch noch der Brennpunkt Autobahn im Spiel war, beispielsweise die Hilfe bei dem Lkw-Fahrerhaus, das auf die Schulstraße gepoltert war oder der Unfall auf der Brücke, bei der Biodiesel den Asphalt aufweichte.

16 Fehlalarme und der Brand in einem Ferienhaus am Seepark runden das Arbeitsprogramm ab, bei dem 1880 Einsatzstunden zusammenkamen.

Da die Hilfe bei Unfällen auf Kosten der Versicherungen geht, verschickte die Gemeindeverwaltung 2011 Zahlungsaufforderungen über 84 000 Euro heraus. Die Zahl der Einsätze ist im Vergleich zu 2010 gleich geblieben.

193 Einsatzkräfte

193 Einsatzkräfte hat Gemeindebrandinspektor Schneemilch unter seinem Kommando. Dazu zählen auch 14 Frauen. Die Zahl der Aktiven hat um 15 abgenommen, was Thomas Schneemilch aber auf die Bereinigung der Buchführung mit Hilfe der Feuerwehr-Software Florix zurückführt. Teilweise seien Einsatzkräfte sowohl in den Orten als auch in der Kerngemeinde geführt worden. Schneemilch verschwieg nicht, dass es immer schwieriger wird, tagsüber genügend Einsatzkräfte zusammenzutrommeln.

46 Jungen und Mädchen gehören zur Jugendwehr. Die Bambini-Gruppe zählt ein Dutzend Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren.

Die Kirchheimer nahmen 2011 an 42 Lehrgängen teil. Davon waren sieben Gruppenführerlehrgänge. Drei Frauen absolvierten Grundlehrgänge und rücken mit zu Einsätzen aus.

Im August bekommt die Kirchheimer Feuerwehr Ersatz für ihr 33 Jahre altes Einsatzfahrzeug: Dann soll das neue HLF 20/16 auf dem Hof stehen.

Um die Fahrbereitschaft zu sichern, lässt die Gemeinde Kirchheim jetzt pro Jahr drei bis vier Einsatzkräfte auf eigene Rechnung von professionellen Fahrlehrern ausbilden, damit diese TSF/W und das LF 876 fahren können, die durch ihre Wassertanks schwerer als 3,5 Tonnen sind. Der Führerschein gilt dann für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 7,49 Tonnen.

Alter und neuer Funk

Thomas Schneemilch wies darauf hin, dass die Wehren in den kleineren Dörfern auch ein Kulturfaktor sind, wie die Maifeier in Kemmerode und die Dorffeste in Allendorf und Reckerode beweisen.

Im Herbst sollen auch an die Kirchheimer Feuerwehr die neuen Funkgeräte ausgeliefert werden. Die neue Technik kostet die Gemeinde 120 000 Euro ohne den Einbau der Geräte. Mindestens zwei Jahre lang sollen alte und neue Technik parallel laufen.

Von Kurt Hornickel

Kommentare