Gemeinde kritisiert hohe Kosten für Entsorgung in Niederaulaer Klärwerk

Breitenbach will Transparenz

Breitenbach/Niederaula. Mehr Transparenz bei den Kosten für Abwasserentsorgung fordert die Gemeinde Breitenbach/H. von der Nachbarkommune Niederaula ein.

Konkret geht es um den Breitenbacher Ortsteil Oberjossa, der an die Niederaulaer Kläranlage angeschlossen ist. Für die Aufbereitung des Abwassers stellt die Marktgemeinde den Nachbarn eine Rechnung – die nach Meinung einiger Gemeindevertreter der Herzberggemeinde allerdings zu hoch ausfällt.

Deshalb hat die Gemeinde Breitenbach von der Niederaulaer Gemeindeverwaltung eine betriebswirtschaftliche Aufstellung aller entstehender Kosten eingefordert. Dem sei man in Niederaula bisher aber noch nicht nachgekommen, berichtete Breitenbachs Bürgermeister Volker Jaritz während der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Schaake hatte nach dem aktuellen Sachstand zum Thema gefragt.

Nach Breitenbach pumpen?

Die Entsorgung der Oberjossaer Abwässer waren schon häufiger Thema im Breitenbacher Parlament. Dabei gab es bereits Überlegungen, das Oberjossaer Abwasser bergauf in die Breitenbacher Kläranlage zu pumpen. Laut Bürgermeister Volker Jaritz habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren rund 68 000 Euro an die Nachbarn überweisen müssen. „Die Gemeinde Friedewald zahlt an Philippsthal rund 20 000 Euro – für zwei Ortsteile mit doppelt so vielen Einwohnern“, verdeutlichte Jaritz. Bis die Kostenaufstellung aus Niederaula vorliege, habe man die Zahlungen deshalb gekürzt.

Die Marktgemeinde Niederaula sei nicht untätig gewesen, teilte Bürgermeister Thomas Rohrbach auf Anfrage unserer Zeitung mit. Eine Kostenaufstellung sei bereits erarbeitet worden. Sie müsse noch verfeinert werden, was für den zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung etwa noch einen halben Tag Arbeit koste.

Man habe der Breitenbacher Verwaltung die Auflistung zugesichert, allerdings von Anfang an betont, dass dies personell erst nach Aufstellung des Doppelhaushaltes leistbar sei, erklärt Rohrbach. Das sei nun geschehen. Berechnet würden die Kosten für Breitenbach anhand eines Durchflusszählers. Weil der in den vergangenen Jahren fehlerhaft gemessen habe, seien teilweise Durchschnittswerte verwendet worden.

Weil in Breitenbach, anders als in Niederaula, die versiegelten Flächen nicht getrennt erfasst werden, sei die Verrechnung wie folgt geregelt: Die gemessene Abwassermenge aus Oberjossa werde mit der Hälfte des Niederaulaer Abwasserpreises berechnet. Somit würden von der Gemeinde Breitenbach anteilig auch die Abschreibungen – für die Benutzung des Kanals von der Gemarkungsgrenze bis zur Kläranlage – mitgetragen, verdeutlicht Rohrbach.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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