Breitenbach prüft Bewerbung für das hessische Dorfentwicklungsprogramm

Viel bewegt: Der kleinste Breitenbacher Ortsteil Machtlos war bereits Förderschwerpunkt der Dorferneuerung. Dabei war unter anderem das Dorfgemeinschaftshaus (im Hintergrund) in seiner heutigen Form entstanden. Foto: Konopka

Breitenbach/H. Ob die Gemeinde Breitenbach sich für die Aufnahme ins hessische Dorfentwicklungsprogramm bewirbt, darüber wird das Gemeindeparlament erst nach der Kommunalwahl entscheiden.

Die Ortsteile Hatterode und Machtlos waren in der jüngeren Vergangenheit bereits in den Genuss der Dorferneuerung gekommen. Dass sich bei dem Förderprogramm des Landes seither einiges geändert hat, wurde deutlich, als Birgit Ketter-Eichert vom Fachdienst Ländlicher Raum des Landkreises die Gemeindevertreter und einige Zuhörer am Donnerstagabend über die aktuellen Rahmenbedingungen informierte. So werden nicht mehr einzelne Ortsteile, sondern nur noch ganze Kommunen gefördert. Zudem gehe es um größere inhaltliche Themenbereiche und eine stärkere regionale Vernetzung. Am Anfang stehe die Erstellung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (Ikek) sowie eines städtebaulichen Fachbeitrages, in dem die ortstypische Bauweise erfasst und die Fördergebiete in den Ortsteilen festgelegt werden.

Privat und öffentlich

Diese Gebiete umfassen laut Ketter-Eichert in der Regel die historischen Ortskerne sowie Bauten aus den 1950er Jahren. Für Projekte der öffentlichen Hand, die von einer sogenannten Steuerungsgruppe koordiniert werden, stünde für die fünf Ortsteile der Herzberggemeinde ein Projektrahmen von insgesamt 750 000 Euro zur Verfügung, wovon 75 Prozent bezuschusst würden. Unabhängig davon können private Bauherren ihre Projekte mit 45000 Euro Obergrenze mit 35 Prozent Zuschuss fördern lassen. Die Untergrenze liege bei 10000 Euro, Planungskosten werden ab 1500 Euro unterstützt. Voraussetzung für die Aufnahme ins Programm sind laut der Fachdienst-Mitarbeiterin Leerstände in den Ortskernen, bürgerschaftliches Engagement und die Teilnahme mindestens eines Ortsteils am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Vorhaben müssten sich zwar an der ortstypischen Bauweise orientieren, dennoch ließen die Förderkriterien mittlerweile auch moderne Architektur im Innenbereich und neben Sanierung und Umnutzung unter Umständen auch den verträglichen Rückbau – sprich Abriss – alter Bausubstanz zu. Auf die Gemeinde kämen neben dem Eigenanteil etwa 20000 Euro Kosten für die Ikek-Erstellung zu, die allerdings ebenfalls aus dem Programm gefördert werden könnten.

Sollten sich die Breitenbacher Gemeindevertreter für die Dorfentwicklung entscheiden, könnte es bis zum Start noch eine Weile dauern. Denn pro Jahr und Kreis wird immer nur eine Kommune in das Programm aufgenommen. „Das könnte für Breitenbach in drei Jahren der Fall sein, aber auch erst in sechs“, sagte Birgit Ketter-Eichert auf Nachfrage.

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