Sieger von Hof Huhnstadt

Ein Pferd aus der Zucht von Walter Robert hat einen Weltmeistertitel gewonnen

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Dafür kann man auch mal den Kopf aus dem Stroh nehmen: Walter Robert vom Hof Huhnstadt hat für eines seiner Pferde eine Goldmedaille des Pferdezüchterverbandes erhalten. Das Pferd wurde Weltmeister beim Einspännerfahren. Eines seiner Pferde findet die Urkunde höchst interessant. 

Gehau. Walter Robert von Hof Huhnstadt züchtet seit 40 Jahren Pferde. Nun ist eines der Tiere aus seiner Zucht erstmals Weltmeister geworden, und zwar bei der Weltmeisterschaft der Einspännerfahrer in Piber in Österreich. 

Über eine Goldmedaille konnten sich da nicht nur der Fahrer und der Eigentümer des Pferdes freuen, auch der Züchter bekam, wenn auch einige Monate später, eine Scheibe aus Edelmetall und eine Urkunde von der reiterlichen Vereinigung ausgehändigt.

Cheyenn 4 heißt die erfolgreiche Stute, deren Vater Corelli und die Mutter Madeira von Marlo ist und die mit der Mannschaft zu Gold für Deutschland trabte. Pferde vom Hof Huhnstadt seien immer wieder im im internationalen Dressur- und Springsport dabei, erzählt Robert, der schon zahlreiche Medaillen und Urkunden für seine Tiere erhalten hat. Ein Weltmeisterpferd sei bisher aber noch nicht darunter gewesen.

Funke sprang 1976 über

Seit 1977 betreibt Walter Robert die Pferdezucht auf Hof Huhnstadt, Ein Jahr zuvor war während seiner Landwirtschaftsausbildung der Funke übergesprungen, als er eine Tagung bei einem alten Pferdezüchter besuchte. Dass seine Eltern bereit waren, sich auf Pferde einzulassen, dafür ist Robert heute noch dankbar.

Angefangen hat er mit einer Stute. 1977 wurde das erste Fohlen geboren. Im Jahr 2000 kam das 1000. selbstgezogene Fohlen zu Füßen der Burg Herzberg auf die Welt.

Zurzeit leben 60 Pferde, die meisten von ihnen Hannoveraner, auf dem Hof, davon etwa die Hälfte Aufzuchtpferde, also Tiere anderer Eigentümer, die auf dem weitläufigen Gelände am Rande des Landkreises Hersfeld-Rotenburg aufwachsen und ausgebildet werden. „Die Fohlen können hier in großen Herden artgerecht leben“, sagt Robert und zeigt stolz seine offenen, luftigen Ställe und die vielen Wiesen, die den Hof umgeben. Über 50 Hektar Weideland stehen den Tieren zur Verfügung. Um den Hof kümmert sich Walter Robert gemeinsam mit seiner Frau Daniela Burkhardt-Robert und einer Teilzeitkraft. Beide bieten auch Reitunterricht an.

Zu jedem seiner Tiere hat Walter Robert eine ganz persönliche Beziehung, manchmal enger, manchmal auch weniger eng. Jedes Pferd habe seinen eigenen Charakter, sagt er. Deshalb fällt es ihm auch nicht immer leicht, sich nach der Aufzucht von den Tieren zu trennen. „Aber wenn man davon lebt, muss auch verkauft werden“, sagt er ganz pragmatisch. Jedes Jahr gibt es neue Fohlen und mit ihnen muss Robert seinen Lebensunterhalt verdienen.

Ganz wichtig in seinem Geschäft sei jedoch der Bekanntheitsgrad und der gute Ruf eines Züchters. Mit dem Weltmeistertitel hat Robert da einen weiteren Schritt nach vorne getan.

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