Grünwerke Düsseldorf: Anlagen auf der Gibgeskuppe sollen Ende 2017 ans Netz gehen

Windpark Breitenbach/H.: Erste Bäume schon gefällt

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Diese Fotomontage, die der Breitenbacher Professor Rolf Bothe in Auftrag gegeben hat, zeigt vier der ursprünglich fünf geplanten Windräder auf der Gibgeskuppe. Im Vordergrund der Gibgeshof. Die Windrat-Flügel rechts gehören zum Windpark Schlitz-Berngerod, der bereit in Betrieb ist. Jetzt ist der Bau von drei Windrädern genehmigt worden.

Breitenbach. Die ersten Bäume für den Windpark Breitenbach auf der Gibgeskuppe, für den das Regierungspräsidium Kassel kürzlich die Genehmigung erteilt hat, sind bereits gefällt worden. Das teilte Christina Näckel, Pressesprecherin der Stadtwerke Düsseldorf, mit. Die Grünwerke Düsseldorf, die den Windpark planen und bauen, sind eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke.

Arbeiten gehen bald weiter

Einen genauen Zeitplan, wie die Bauarbeiten jetzt ablaufen werden, gebe es noch nicht, erklärt Näckel, die Inbetriebnahme sei jedoch für das vierte Quartal 2017 geplant. Da Bäume und Büsche aus Gründen des Naturschutzes nur vor und nach der Nistzeit der Vögel gefällt werden dürfen, geht Näckel aber davon aus, dass die Arbeiten bald weitergehen werden.

Dabei stünden die Grünwerke in engem Kontakt mit der Gemeinde, zum Beispiel auch, um die Zufahrten zu den Baustellen zu klären, versicherte die Pressesprecherin.

Die Gemeinde Breitenbach und ihre Bürger hatten engagiert gegen den Bau des Windparks gekämpft. Argumente waren unter anderem der Natur- und Artenschutz (auf der Gibgeskuppe gibt es seltene Fledermausarten und auch der geschützte Rote Milan lebt dort) und der Trinkwasserschutz. Der Gibgeshof, der direkt unterhalb des geplanten Windkraftstandorts liegt, bezieht sein Wasser nicht aus dem öffentlichen Netz, sondern aus umliegenden Quellen. Sollten die während der Bauarbeiten oder bei einem Unfall verunreinigt werden, wäre die Trinkwasserversorgung der dort lebenden Menschen in Gefahr, erläutert Bürgermeister Volker Jaritz.

Sorge vor Umzingelung

Nicht zuletzt sehen die Breitenbacher sich von bereits existierenden und geplanten Windparks umzingelt. Denn in den Nachbarkommunen wurden Windparks an den Gemeindegrenzen geplant und genehmigt, weit weg von der dortigen Bevölkerung, aber nah dran an Breitenbach. „Die anderen bauen uns ihre Anlagen vor die Nase und kassieren ordentlich“, wettert Jaritz.

Vorrang vor den Menschen

Die Genehmigung sei eine klare Ansage der schwarz-grünen Landesregierung, dass erneuerbare Energien Vorrang vor allem anderen hätten, auch vor dem Wohlergehen der Menschen, meint der Bürgermeister.

Genehmigt wurden drei Windenergieanlagen (WEA) des Typs GE 2.75 - 120 mit einer Nennleistung von je 2,75 MW, einer Nabenhöhe von 139 Metern, einem Rotordurchmesser von 120 Metern und einer daraus resultierenden Gesamthöhe von 199 Metern. Die Genehmigung umfasst auch die zugehörigen dauerhaften Kranstellplätze und Kranauslegerflächen. 

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