Nach Feuer in Kirchheimer Museumssscheune: Kutsche ist der schmerzlichste Verlust

Brandursache ist unklar

Alles verkohlt: Fassungslos stand Berthold Schmidt am Samstag vor den Trümmern auf dem Gelände der Kirchheimer Scheune an der Aula. Besonders schmerzlich ist der Verlust der über 100 Jahre alten Kutsche. Ob Leichtsinn oder Absicht zu dem Brand führten ist noch unklar. Foto: Löwenberger

Kirchheim. Über 100 Jahre alt ist die Kutsche, die am Freitagabend mit dem Schuppen auf dem Gelände der Kirchheimer Scheune an der Aula in Flammen aufging.

Aufwändig restauriert war das historische Vehikel und in bestem Zustand, berichtet Berthold Schmidt und ringt um Fassung. Auf sieben- bis achttausend Euro schätzt er den realen Wert, den ideellen Wert weiß er nicht zu beziffern. Auch ob die Kutsche wieder aufgebaut werden kann, ist im Moment noch nicht absehbar. Gemeinsam mit einem bekannten Stellmacher will der Museumsbetreiber das jetzt prüfen. „Aber selbst wenn wir sie wieder hin kriegen, es ist dann halt nicht mehr das Original“, trauert Schmidt.

Der Schuppen, in dem die Kutsche stand, wurde vor rund 15 Jahren nach alter Handwerkskunst erstellt und wurde ebenfalls stark beschädigt. Auf rund 30.000 Euro schätzte die Polizei den Schaden.

Hauptleitung abgeschaltet

Ob das Feuer durch Leichtsinn entstand oder absichtlich gelegt wurde, ist noch nicht bekannt. „Selbstentzündung, Blitzschlag oder Ähnliches scheiden definitiv aus“, sagt Schmidt. Es gibt zwar Strom in der Hütte, aber die Hauptleitung war abgeschaltet. Immer wieder hätten sich Personen außerhalb der Öffnungszeiten unbefugt auf dem Gelände aufgehalten. Das bestätigen auch Karin Abel, die das Café in dem Museum betreibt und Daniel Hofmann, der mit seinen Pferden für den Vortrieb der Kutsche sorgte. „Wann immer ich sie aus dem Schuppen geholt habe, war zu sehen, dass sich jemand hier aufgehalten hatte. Meist lagen auch Zigarettenkippen rum“, berichtet der Frielinger.

Auch Kirchheimer Bürger hatten die Betreiber der Scheune des Öfteren auf Personen aufmerksam gemacht, die sich unbefugt auf dem Gelände aufhielten. Einer hatte in der Vergangenheit eine Gruppe Jugendlicher verfolgt, leider erfolglos.

„Ausgegangen ist der Brand eindeutig von einem Strohballen, der in der vorderen Ecke der Scheune lagerte“, sagt Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch, der bei den Löscharbeiten vor Ort war. Ob am Freitagabend eine achtlos weggeworfene Zigarette das Stroh entzündet hat oder jemand mit Absicht das Feuer legte, das wollen Experten jetzt genauestens untersuchen.

Von Bernd Löwenberger

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