Das Gasthaus Frank in Gershausen ist seit mehr als 100 Jahren fast jeden Abend geöffnet

Bier auf dem „Roten Platz“

Die wahrscheinlich letzte Wirtsleute-Generation im Gasthaus Frank von Gershausen (von links): Andrea, Thomas und Martha Frank. Foto: Löwenberger

Gershausen. Es gibt sie noch, die Dorfgaststätte in dem Kirchheimer Ortsteil Gershausen. Obwohl das Dörfchen nur 330 Einwohner hat, öffnen Thomas und Andrea Frank fast allabendlich die Türe zu ihrem Gasthaus mitten im Dorf an der Hauptstraße.

Angefangen hat alles bereits im Jahr 1878, damals noch in einem kleinen Häuschen, das unterhalb des heutigen Gebäudes stand. Wie genau und wer damals mit dem Gastbetrieb angefangen hat, das kann auch die 84-jährige Martha Frank nicht mehr wirklich nachvollziehen. Ihre Eltern, Martha und Johannes Wettlaufer, hätten im Jahre 1900 das große Backsteinhaus gebaut und neben der Landwirtschaft eine Gaststätte betrieben, erinnert sich die rüstige Rentnerin, die mitunter noch mal selbst am Zapfhahn steht und auch noch mithilft, Haus und Garten in Schuss zu halten.

Laden und Landwirtschaft

„1951 habe ich dann meinen Alfons geheiratet und mit der Hochzeit haben wir den Betrieb übernommen“, erzählt Martha Frank. Neben der Landwirtschaft, die erst Mitte der 90er Jahre komplett aufgegeben wurde, gab es zwischenzeitlich auch noch einen „Tante-Emma-Laden“, der bis in die 60er Jahre Bestand hatte. In der Zeit wurde auch der große Saal, der für verschiedene Feierlichkeiten und besonders natürlich für die Dorfkirmes genutzt wurde, zu Fremdenzimmern umgebaut.

1993 übernahmen dann Andrea und Thomas Frank die Regie, und natürlich bauten die „Jungen Leute“ wieder um. Der Gastraum wurde umgestaltet und die Fremdenzimmer modernisiert. Davon gibt es nunmehr vier, natürlich mit Dusche, WC und Fernsehapparat, und das zu moderaten Preisen einschließlich eines reichhaltigen Frühstücks.

Dienstags bis samstags ab 17.30 Uhr und sonntags schon ab 17 Uhr oder nach Vereinbarung ist die Gaststätte geöffnet. Für Familien- oder Vereinsfeiern und auch für Trauerfeiern stehen mehr als 50 Plätze zur Verfügung.

Pizza ist der Renner

Bei größeren Veranstaltungen können die Franks auf das benachbarte Dorfgemeinschaftshaus ausweichen und dann Platz für etwa 100 Gäste anbieten oder aber sie übernehmen das Catering für das DGH und da helfen auch schon mal die Kinder Sabrina und Manuel in dem Familienbetrieb mit.

Einmal im Jahr bietet das Haus ein großes, deftiges Haxen-Essen an, am Ostersonntag und am zweiten Weihnachtsfeiertag laden die Franks zum ausgiebigen Brunch. Die Speisekarte ist – wie man so sagt – gut bürgerlich mit Schnitzel, Rouladen oder Beefsteak. Knusprige Hähnchen, für die das Gasthaus einst berühmt war, bestellt man am besten vor.

Heute hat die Pizza den Hähnchen den Rang abgelaufen. Besonders die komplett selbst gemachte „Landkrug-Pizza“, die noch aus der Zeit stammt, als Andrea Frank mit ihren Eltern den Landkrug mit angeschlossener Disco in Mengshausen betrieb, erweist sich als der Renner.

Von Bernd Löwenberger

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