Bickhardt Bau erteilt dem privat finanziertem Autobahnbau eine klare Absage

Die Auftragsbücher sind voll

Ein Berufsleben bei Bickhardt Bau: Die Vorstandsmitglieder Martin Geisendörfer (links), Horst Müller (rechts) und Frank Finster (Zweiter von rechts) ehrten gemeinsam mit dem Betriebsratsvorsitzenden Rudolf Schaeffer (Mitte) Muammer Civgin, Markus Krug, Winfried Kling, Stefanie Ickler, Alexander Lumma und Diethard Perniß (von links) während der Betriebsversammlung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit. Foto: nh

Kirchheim. „Wir freuen uns auf ein arbeitsreiches Jahr 2015. Wir haben bereits jetzt eine Vollauslastung bis Ende September“, sagte Frank Finster vom Vorstand der Bickhardt Bau AG während der Betriebsversammlung der Kirchheimer Verkehrswegebauer im Convention Center des Seeparks. Fast 600 Mitarbeiter waren dort auf Einladung des Betriebsrates zusammengekommen.

Finster übte Kritik an der Vergabepolitik für Bauaufträge. Trotz des deutlichen Substanzverlustes der Infrastruktur sei ein weiteres Jahr ins Land gegangen, in dem sich die Ausschreibetätigkeit der öffentlichen Hand nicht verbessert habe. Stattdessen habe sich die vor zwei Jahren groß angekündigte Investitionsoffensive der Bundesrepublik der „schwarzen Null“ von Bundesfinanzminister Schäuble unterordnen müssen.

Eine klare Absage erteilte der Vorstand an so genannte Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP). Der privatfinanzierte Autobahnbau werde jetzt von vielen Politikern als Allheilmittel ins Feld geführt: „Das ist mittelstandsfeindlich und damit nichts für Bickhardt Bau“. Unverhältnismäßig hoch seien die Angebotskosten, zu extrem die finanziellen Sicherheitsleistungen für Bauherren und Kreditgeber – selbst bei besten Bonitäten, berichtete Frank Finster. Mit dem Jahresergebnis 2014 seien Geschäftsführung und Aufsichtsrat zufrieden: „Ihr unermüdlicher Einsatz für unser Unternehmen sorgt dafür, dass die Arbeitsplätze sicher sind.“, sagte er.

Weniger Arbeitsunfälle

Zuvor hatte der Betriebsratsvorsitzende Rudolf Schäffer vermeldet, dass die Zahl der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurückgegangen sei. Auch die weitere Qualifizierung schreite bestens voran. „Fremdenfeindlichkeit hat auf dem Bau keinen Platz. Im Baugewerbe kennen wir keine Nationalitäten und unterschiedliche Religionen“, sagte der IG-BAU Gewerkschaftssekretär Andreas Goerke. Erfreut zeigte sich Goerke zudem, dass der größte Arbeitgeber in der Baubranche in Hessen weiterhin auf eigenes Personal setzt.

Für ein Vierteljahrhundert Betriebszugehörigkeit wurden Muammer Civgin, Anja Dörre, Walter Koch, Winfried Kling und Markus Krug vom Betriebsrat mit Urkunden ausgezeichnet. Ihr 40. Dienstjubiläum feierten Elisabeth Bolender und Brigitte Berger. Die Bickhardt Bau AG mit Hauptsitz in Kirchheim ist das nach eigenen Angaben größte mittelständische Bauunternehmen in Hessen.

Zum Leistungsspektrum des bundesweiten tätigen Komplettanbieters im Verkehrswegebau gehören neben dem klassischen Autobahn-, Fernstraßen- und Eisenbahnbau auch der Brücken- und Ingenieurbau, der Spezialtiefbau, der Betonstraßenbau und die Bauwerksinstandsetzung sowie die Projektentwicklung und die Baustoffproduktion. (red/jce)

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