Donnernder Applaus bei Premiere des neuen Stücks von Klarteckst aus Breitenbach

Aufregung im Altenheim

In bester Spiellaune zeigte sich die Breitenbacher Theatergruppe Klarteckst. Von links: Franz Zuske (Stefan Pistor), Kevin Schneider (Falk Stolle), Jürgen Nollske (Bernd Köthe), Michaela Littmann (Debütantin Lara Modenbach), Antoinette Freifrau von Schopf in der Pfalz (Ute Pistor), Larissa Rademacher (Carina Becker), Mathilde Knorzig (Margret Eiler) und Anneliese Dreusig (Astrid Orth). Foto: Löwenberger

Breitenbach/H. Mit der Boulevardkomödie „Wir behalten unsere Alten“ von Stefan Bermüller und Rolf Sperling hat die Theatergruppe Klarteckst am Samstagabend die Spielsaison 2012/2013 auf der Hermannsbühne im Theater-Treff in Breitenbach am Herzberg eröffnet.

Nachdem sich die Premierenbesucher zunächst an einem schmackhaften Buffet gelabt hatten, öffnete sich um 20 Uhr der Vorhang und gab den Blick in das innovative Wohnprojekt frei: Der Neuzugang, Antoinette Freifrau von Schopf in der Pfalz, Ute Pistor, legt nicht nur größten Wert darauf, mit vollem Namen angesprochen und gesiezt zu werden. Sie fühlt sich in dem von der Stadt und dem Land geförderten Seniorenheim fehl am Platz, vermisst das Ankleidezimmer und den Gong, um das Personal zu rufen.

Perfekt im Dialekt

Franz Zuske, der perfekt sächselnde Stefan Pistor, kann mit der überkandidelten Wortwahl der Freifrau gar nichts anfangen und der greise Lebemann Jürgen Nollske, Bernd Köthe, fühlt sich immer noch wie dreißig und hat nur das Ziel, die Adelige – wie alle anderen weiblichen Wesen auch – auf seinen Schoß zu bekommen.

Das Unheil kommt in Form von Michaela Littmann, Vertreterin der Stadt, gespielt von der erst 15-jährigen Debütantin Lara Modenbach, die die Nachricht von der Einstellung der Förderung und damit dem Ende der Alten-WG überbringt.

Ab diesem Moment versuchen Anneliese Dreusig, Astrid Orth, eine noch reichlich fitte, hilfreiche und verständnisvolle Dame mit Berliner Dialekt, die ewig kranke und gehbehinderte Mathilde Knorzig, Margret Eiler, die engagierte und tatkräftige Pflegerin Larissa Rademacher, Carina Becker, und Pfleger Kevin Schneider, Falk Stolle, der sich nicht nur um die Alten sondern auch um Larissa kümmert, ihre eigenartige Wohngemeinschaft zu retten.

Gewohnt gekonnt und professionell setzten die Klarteckstler ihre Rollen um, thematisierten mit Respekt und Anstand das Altwerden und waren mit der Kürzung der Fördermittel auch sozialpolitisch aktuell. Das forderte von den Zuschauern schon mal intensives Zuhören und aktives Mitdenken.

Dass der Spaß dabei aber nicht auf der Strecke blieb, zeigten die zahlreichen Unterbrechungen mit lautstarkem Gelächter und heftigem Applaus. Die vielen Wortspielereien, lustige und überraschende Gags und Highlights sowie der Ausgang der Geschichte sollen hier nicht verraten werden, schließlich will die Gruppe das Stück noch rund ein Dutzend Mal auf die Bühne bringen.

Nur so viel: Am Ende gab es donnernden Applaus und beim anschließenden Tanz viel Lob und Anerkennung. Auch die eigens aus Köln angereisten Autoren Stefan Bermüller und Rolf Sperling zeigten sich mit der Umsetzung ihrer Komödie hoch zufrieden. Termine

Von Bernd Löwenberger

Kommentare