Soldaten der Kirchheimer Patenkompanie haben harten Afghanistan-Einsatz überstanden

Alle sind gesund zurück

Das Ortsschild und die Soldaten sind unversehrt aus Afghanistan zurück (von links): Kampfmittelsucher Sven Bell, Kompaniechef Sebastian Busenthür, Bürgermeister Manfred Koch, Spieß Dirk Runge und Alexander Hinz vom Gemeindevorstand. Foto: Löwenberger

Kirchheim/Schwarzenborn. Fast sieben Monate lang hing das Kirchheimer Ortsschild in Mazar-e Sharif in Afghanistan. Jetzt brachte eine Abordnung der 7. Kompanie des Jägerregimentes 1 aus Schwarzenborn das Maskottchen zurück in die Autobahngemeinde.

Es sei eine liebgewordene Tradition, das Ortsschild der Patengemeinde mit in die Einsätze zu nehmen, sagte Kompaniechef Hauptmann Sebastian Busenthür. An einem zentralen Platz neben der Essensausgabe, dem so genannten Marktplatz habe das Schild im Lager gestanden, so dass jeder der 130 Soldaten, darunter vier Frauen, mindesten drei Mal täglich daran vorbei kommen musste, berichtete der Kompaniechef weiter.

In diesem Zusammenhang verwies der Soldat auch noch einmal auf die „Gelben Bänder der Verbundenheit“, die mit den besten Wünschen der Kirchheimer Bürger in den Zelten aufgehängt worden waren. Stolz waren die Soldaten, dass ihre Patengemeinde die meisten dieser Bänder mitgegeben hatte.

Mit der Beseitigung von Kampfmitteln war die Kompanie in der Provinz Baghlan, etwa 80 Kilometer südlich von Kundus, hauptsächlich beschäftigt. Besonders in Straßen oder an Straßenrändern fänden sich oft Sprengsätze, die durch verschiedenste Mechanismen ausgelöst werden könnten und dann direkt unter einem Fahrzeug explodierten. Die Situation, diese Sprengsätze zu finden und zu entfernen, sei sehr angespannt gewesen, da man nie hätte wissen können, „ob man nicht vielleicht schon mitten drauf steht, oder ein Scharfschütze hinter der nächsten Hecke gerade auf einen zielt.“

Dass alle Einsatzkräfte unbeschadet zurück kamen führte Busenthür auch auf deren Verhalten zurück: „Wir waren gut ausgebildet, gut aufgestellt, sind immer kampfkräftig und mit so vielen Fahrzeugen wie möglich rausgefahren, so dass der Gegner sich wohl überlegt hat, dass es besser ist, uns nicht anzugreifen.“

Ein Spaziergang sei das Ganze nicht gewesen, berichtete auch der Spieß, Oberstabsfeldwebel Dirk Runge. Eigentlich hätten alle Tage nur aus Arbeiten, Essen und Schlafen bestanden, und außer der ständig lauernden Gefahr hätten besonders Temperaturen von mehr als 40 Grad plus im Schatten an Sommertagen ebenso zu schaffen gemacht wie eiskalte Winternächte mit minus 40 Grad.

Auch Bürgermeister Manfred Koch, der zwischenzeitlich immer mal wieder mit dem Spieß oder Kompaniechef telefoniert hatte, war froh, dass alle Soldatinnen und Soldaten wieder gesund zurück gekommen waren.

Er will das Ortsschild jetzt erst einmal im Rathaus ausstellen, und bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier mit der Patenkompanie im Dezember soll es von allen, die den Einsatz mit gemacht haben, signiert werden.

Von Bernd Löwenberger

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