Gemeinde Kirchheim veranstaltete erstmals eine Weihnachtsfeier für Flüchtlinge

Alle an einem Tisch

Gemeinsam feiern im Advent: Die Gemeinde und Ehrenamtliche hatten eine Weihnachtsfeier für die in Kirchheim lebenden Flüchtlinge organisiert. Foto: Eisenberg

Kirchheim. Aus ihrer Heimat Eritrea ist die 25-jährige Askalu vor den Übergriffen des diktatorischen Regimes geflohen. Ein friedliches Weihnachtsfest – das habe sie nicht gekannt, berichtet sie.

Jetzt sitzt die junge Frau mit den Rastazöpfen gemeinsam mit anderen Flüchtlingen an einem mit Tannenzweigen geschmückten und mit Plätzchentellern gedeckten Tisch im Kirchheimer Bürgerhaus. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde und örtlichen Vereinen hat die Autobahngemeinde erstmals eine Weihnachtsfeier für die vom Landkreis in Kirchheim untergebrachten Flüchtlinge organisiert. Alteingesessene Kirchheimer sitzen an diesem Tag gemeinsam mit Asylsuchenden an einem Tisch. Die Mitglieder des Vereins Menschen helfen Menschen haben gebacken. Aber auch mehrere Flüchtlingsfamilien haben süßes Gebäck beigesteuert.

„Wichtig ist, dass wir uns kennenlernen“, sagt Pfarrerin Melanie Hetzer zur Begrüßung. Damit alle folgen können, hat Bürgermeister Manfred Koch seine Präsentation über die Gemeinde gleich dreifach ausgearbeitet: In englischer, französischer und deutscher Sprache.

Auch wenn längst nicht jeder im Saal versteht, was die Kindergartenkinder singen: Der Auftritt der Knirpse mit den Weihnachtsmannmützen zaubert den Menschen im Saal ein Lächeln auf die Lippen. Alle Kinder – ob Einheimische oder nicht – freuen sich über den Besuch des Weihnachtsmanns. Und als die Kirchheimer Feuerwehr ihre Ausrüstung präsentiert, traut sich einer der jungen Männer im Saal sogar, die Einsatzkleidung mitsamt Atemschutz anzuziehen. „Die Menschen sollen wissen, dass sie im Falle eines Einsatzes keine Angst vor der Feuerwehr haben müssen“, erklärt Bürgermeister Manfred Koch.

Froh über Frieden

Zur Kirchheimer Bevölkerung hatte Askalu, die sich lieber nicht fotografieren lassen will, bis zur gemeinsamen Weihnachtsfeier kaum Kontakt. Seit über einem Jahr lebt sie jetzt in Deutschland – und besteht darauf, das Gespräch mit der Zeitung auf deutsch zu führen. „Ich bin froh, dass ich hier endlich in Frieden leben kann“, sagt sie.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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