Marktgemeinde Niederaula und das 8. Jägerregiment 1 lösen Patenschaft

Abschied mit Musik

Schild mit Geschichte: Bürgermeister Thomas Rohrbach erhält im Beisein von Stabsfeldwebel Reimund Kirbach und der Vorsitzenden der Gemeindevertretung Petra Wiesenberg (von links) von Hauptmann Robert Dieterich das Ortsschild zurück. Foto:  Stehr

Niederaula. Dass eine Veranstaltung mit AC/DC und deren Song „Highway to hell“ beginnt ist ungewöhnlich. „Das war die etwas andere Marschmusik“, sagte Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach, als er im Anschluss an dieses Lied die Soldaten des 8./Jägerregimentes 1 verabschiedete. Seit 2008 war Niederaula Patengemeinde des Regimentes. Nun, da es aufgelöst wird, musste auch diese Patenschaft aufgehoben werden.

Waren im Juni 2008, als das Bündnis besiegelt wurde, noch über 100 Soldaten auf dem Parkplatz vor dem Rathaus versammelt, musste der Abschied in weitaus kleinerem Rahmen stattfinden – das Regiment ist in Teilen bereits aufgelöst.

Doch die Redner – Bürgermeister Rohrbach, die Vorsitzende der Gemeindevertretung Petra Wiesenberg und Hauptmann Robert Dieterich –ließen es sich auch vor weniger Zuhörern nicht nehmen, an die gemeinsamen Jahre zu erinnern. Anekdoten sorgten für Lacher, aber auch für Wehmut im Publikum.

Rohrbach erinnerte daran, dass die Soldaten der Gemeinde immer wieder tatkräftig zur Seite gestanden haben. Er berichtete von Arbeitseinsätzen und gemeinsamen Feiern. „Die Soldaten waren beim Sammeln für die Kriegsgräberfürsorge so eifrig, dass ich einmal einen Anruf aus Haunetal bekam: Was machen die Soldaten hier?“, berichtete der Bürgermeister lachend. Von Hauptmann Dieterich bekam er das Ortsschild der Marktgemeinde zurück. Dieses Schild hatte die Soldaten des Regiments beim Einsatz in Afghanistan begleitet.

Petra Wiesenberg wird die Soldaten ebenfalls vermissen. „Gut war’s, schön war’s, Dankeschön“, sagte sie zum Abschluss ihrer Rede. Besonders gern erinnere sie sich an die Vereidigung der Soldaten auf dem Sportplatz zurück. „Es war eine angenehme Patenschaft.“

Auch Hauptmann Dieterich dachte gern an eine besondere Begebenheit. Diese ereignete sich gleich zu Beginn seiner Tätigkeit. „Bis heute einmalig fand der Übergabeappell in der Patengemeinde statt. Es war ein bewegender Moment und für mich der erste Berührungspunkt mit der Gemeinde und der Ahlen Wurscht“, sagte der Hauptmann, der eine Spende an den Kindergarten übergab.

Zum Abschluss wünschte sich Dieterich ein Lied, dass er seit dem Tag seines Amtsantritts nicht mehr gehört hatte. Der „Marche de soldats de bruce“ sorgte für Gänsehaut bei den Anwesenden. So endete der Abschied wie er begann: musikalisch.

Von Claudia Stehr

Kommentare