Die Schüler Laura Strott und Fabian Degenhardt waren im Bundestag in Berlin zu Gast

Abgeordnete auf Zeit

Erlebten den Alltag eines Abgeordneten: Fabian Degenhardt (links) und Laura Strott mit „ihrem“ Bundestagsabgeordneten Michael Roth im Deutschen Bundestag. Foto: Christian Kiel/nh

Kirchheim/Berlin. Statt Chemie, Englisch oder Mathe hat in der vergangenen Woche etwas ganz Besonderes auf den Stundenplänen von Laura Strott aus Kirchheim und Fabian Degenhardt aus Rotenburg gestanden: „Planspiel Zukunftsdialog“ lautete das „Fach“. Unterrichtsort war dabei nicht wie gewöhnlich die Bad Hersfelder Modellschule Obersberg oder die Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg – sondern der Deutsche Bundestag in Berlin.

Beim „Planspiel Zukunftsdialog“ der SPD-Bundestagsfraktion durften die Schüler zusammen mit 150 jungen Menschen aus ganz Deutschland drei Tage lang erleben, was es heißt, Bundestagsabgeordneter zu sein. Beide hatten sich zuvor beim Bundestagsabgeordneten Michael Roth für die Teilnahme beworben und wurden aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt. „Für das Planspiel habe ich viele sehr gute Bewerbungen erhalten und spannende Gespräche geführt“, sagte Michael Roth zur regen Teilnahme. „Um den politischen Nachwuchs in unserer Region ist mir angesichts solch engagierter junger Leute nicht bange.“

In den drei Tagen in Berlin ging es um ganz konkrete Fragen: Was muss getan werden, damit Bildung in Deutschland besser wird? Wie verhindern wir Fachkräftemangel? Wie schaffen wir es, dass es am Arbeitsmarkt gerechter zugeht? Wie kann Integration besser gelingen?

Dazu diskutierten die Teilnehmer in Arbeitsgruppen – ganz so, wie die „richtigen“ Abgeordneten. Auch Fraktionssitzungen und Plenardebatten fanden statt. Und am Ende erhielten die einzelnen AGs die Möglichkeit, ihre Arbeitsergebnisse der SPD-Bundestagsfraktion vorzustellen.

Dass die Suche nach einem Kompromiss beschwerlich, am Ende aber auch der Mühen wert sein kann, ist das Fazit von Fabian Degenhardt: „Immer auf Politiker zu schimpfen, ist einfach. Einmal selbst Politiker zu sein, war sehr aufregend. Sich gegenüber anderen Meinungen und Kritik durchzusetzen, kann ganz schön anstrengend sein.“

Laura Strott teilt diese Einschätzung. „Die drei Tage in Berlin waren echt toll. Wir hatten die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen zu schauen und haben festgestellt, dass das alles gar nicht so einfach ist“, berichtete sie. „Als AG-Sprecherin musste ich die unterschiedlichen Meinungen, die oftmals lautstark vertreten wurden, zusammenbringen. Am Ende muss das Ergebnis ja nicht nur eine Mehrheit in der Fraktion bekommen, sondern auch tatsächliche Probleme lösen.“ (red)

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