Die 19 Jahre alte Laura Strott aus Kirchheim zieht es in die Ferne

Abenteuer Philippinen

Laura Strott aus Kirchheim wird für ein halbes Jahr für das International Peace Observer Network tätig sein. Foto: Hildebrand

kirchheim. Das Abitur ist geschafft, für viele junge Erwachsene stellt sich die Frage: Was kommt jetzt? Die 19-jährige Laura Strott aus Kirchheim hat ihre Entscheidung bereits getroffen. Für sie geht es jetzt ein halbes Jahr lang auf die Philippinen.

Dort wird sie für das International Peace Observer Network, kurz I.P.O.N., tätig sein. Der Verein setzt sich für den Schutz von Verteidigern der Menschenrechte ein – Hilfe für diejenigen, die ebenfalls helfen, für diesen Einsatz aber bedroht werden.

„Menschenrechtsverteidiger werden auf den Philippinen nicht ausreichend geschützt“, erklärt Strott. „Außerdem werden Strafanzeigen gegen Verbrecher gar nicht erst aufgenommen, auch die Polizei ist in ihrem Handeln oft beschränkt.“

Das ist vor allem auf Ländereien von sogenannten Landlords der Fall, auf deren Grundstücken die Polizei nicht ermitteln darf. Strott fügt an: „Dort entsteht dann quasi eine rechtsfreie Zone und alle können tun, was sie wollen.“

Die Aufgabe von I.P.O.N. ist es auch, den Staat an seine Pflichten zu erinnern. „Die Philippinen haben sich bereit erklärt, auf Grundlage einer Erklärung für allgemeine Menschenrechte zu handeln. Wir passen darauf auf, dass sich der Staat daran hält“, fügt Strott an.

Nicht ganz ungefährlich

Ganz ungefährlich ist dieses Unterfangen jedoch nicht. Lokale Menschenrechtsverteidiger werden oftmals von den Mitarbeitern der „Landlords“ bedroht, auch Morde hat es schon gegeben. Aber Strott gibt Entwarnung: „Wir stehen unter dem Schutz der EU und müssen vor der Reise Sicherheitsanalysen durchführen. Wir sind gut geschützt.“

Da ist es klar, dass sich auch die Eltern Sorgen machen. „Meine Mutter war zuerst nicht wirklich begeistert, dass ich auf den Philippinen arbeite. Mein Vater wollte, dass ich studiere“, erzählt die 19-Jährige. Mittlerweile hat sie aber die Unterstützung ihrer Eltern: „Sie ließen sich von meiner Begeisterung anstecken.“

Und jetzt hat das große Abenteuer begonnen. Dabei stand Anfang des Jahres noch nicht einmal fest, ob Strott überhaupt bei dem Projekt dabei sein würde. „Die Anmeldefrist war eigentlich schon verstrichen, als ich mich beworben habe. Dann wurde ich aber zu einem Seminar eingeladen und habe dann mitten während der Abiturprüfungen im März die Zusage erhalten“, sagt Strott mit einem Lächeln. Die Vorfreude auf den bevorstehenden Auslandsaufenthalt ist ihr vor der Abreise deutlich anzumerken.

Aber wie kam die Entscheidung, in die Fremde zu gehen, überhaupt zustande? Strott klärt auf: „Ich habe immer schon etwas Fernweh und mir war klar, dass ich nach dem Abitur nicht sofort studieren möchte. Über I.P.O.N. bin ich dann auf die Philippinen gestoßen.“ Jetzt kann sich die junge Erwachsene aus Kirchheim ihren Traum erfüllen, und auf den Philippinen für die dort bedrohten Menschenrechtsverteidiger kämpfen.

Von Kevin Hildebrand

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