Lars Stein hört als Jugendwart in Oberjossa auf

1800 Stunden für die Sicherheit

Befördert: (von links) Gemeindebrandinspektor Markus Wettlaufer und Vereinsvorsitzender Klaus Becker mit Jonas Schaake (Feuerwehrmann), Sebastian Schaake (Feuerwehrhauptmann) und Juri Auel (Feuerwehrmann). Rechts daneben Wehrführer Lars Stein und Arno Hagedorn, der stellvertretende Breitenbacher Gemeindebrandinspektor. Foto: nh

OBERJOSSA. Die Statistik ist ein wichtiger Teil einer jeden Feuerwehr-Jahreshauptversammlung. Über 1800 Stunden hat die Wehr Oberjossa 2014 „in den Schutz der Bevölkerung investiert“. Wenn es nach Wehrführer Lars Stein ginge, hätte das Engagement noch etwas größer ausfallen können. Stein bemängelte die etwas dürftige Übungsbeteiligung seiner Kameraden. Auch Gemeindebrandinspektor Markus Wettlaufer, selbst Mitglied der Oberjossaer Wehr, appellierte an die Truppe, öfter bei den Übungsabenden zu erscheinen.

In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Lars Stein das Amt des Wehrführers aufgibt. Bei der Bearbeitung des Artikels  ist der Redaktion ein Fehler unterlaufen: Tatsächlich gibt Lars Stein lediglich das Amt des Jugendfeuerwehrwartes der Feuerwehr Oberjossa ab. Er bleibt aber Wehrführer in seinem Heimatort und zunächst auch Jugendfeuerwehrwart auf Gemeindeebene.

Wir bitten darum, den Fehler zu entschuldigen.

Etwas umfangreicher als die Jahre zuvor fiel der Rückblick aus. Sechsmal heulten in Oberjossa 2014 die Sirenen. Die Feuerwehrleute beseitigten Ölspuren, räumten Schlamm von der Straße und halfen anderen Rettern dabei, einen Vermissten zu finden.

Scheunenbrand statt Übung

Ein Einsatz hat sich allerdings stärker als die anderen in das Gedächtnis der Wehr oder besser des ganzen Dorfes gebrannt. Ausgerechnet am Gemeindefeuerwehrtag, zu dem Oberjossa im Juni geladen hatte, ging eine Scheune in Flammen auf. Die Siegerehrung der Jugendwettkämpfe lief gerade, als die ersten Rauchschwaden über dem Gebäude emporstiegen, wenige Stunden vor einer angesetzten Großübung, die somit hinfällig wurde. Die Realität hatte die Fiktion eingeholt. Stein erinnerte an den Schrecken des Tages und bedankte sich für den guten Einsatz seiner Wehr. Seit 30 Jahren hatte es in dem kleinen Dorf kein so großes Feuer gegeben.

Es war die letzte Jahreshauptversammlung, bei der Stein nicht nur als Chef der Einsatzabteilung, sondern auch als Jugendfeuerwehrwart ans Rednerpult trat. Aus gesundheitlichen Gründen hört der 36-jährige Familienvater auf. Sein bisheriger Vertreter Jan Battenberg hat die Nachfolge übernommen. Im Sommer feiert die Jugendfeuerwehr ihr 40. Jubiläum. Lars Stein kündigte an, dort als symbolische letzte Amtshandlung gern eine Chronik der Jugendabteilung präsentieren zu wollen.

Eine ganze Generation

Knapp 20 Jahre lang war der Begriff Jugendfeuerwehr in Oberjossa fest mit dem Namen Lars Stein verbunden. Einer ganzen Generation hat er beigebracht, was es heißt, Feuerwehrmann zu sein. Der größte Erfolg seiner Nachwuchstruppe im vergangenem Jahr: Zum achten Mal in zehn Jahren schnappe sich Oberjossa den Gemeindepokal. Es falle ihm nicht leicht sich zurückzuziehen, sagte Stein. Den Posten als Jugendfeuerwehrwart der Gemeinde will er erst einmal behalten.

Auch in diesem Jahr gab es für drei Mitglieder der Oberjossaer Wehr neue Abzeichen: Jonas Schaake und Juri Auel haben den Grundlehrgang absolviert und wurden deshalb zum Feuerwehrmann befördert. Sebastian Schaake darf sich von nun an Feuerwehrhauptmann nennen. (jal)

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