Feuerwehrleute packen beim Neubau des Gerätehauses selbst mit an – Fertigstellung im Herbst

1210 Stunden auf der Baustelle

Neubau: Wehrführer Holger Hamel vor dem neuen Feuerwehrhaus in Gehau, das die Feuerwehrleute seit 2009 weitgehend in Eigenarbeit gebaut haben. Fotos: Eisenberg

Gehau. Drinnen fehlen noch Wasseranschluss, Estrich und Einrichtung, von außen sieht der Neubau am westlichen Ortseingang von Gehau schon wie ein richtiges Feuerwehrgerätehaus aus. Seit Juni 2009 wird in dem Breitenbacher Ortsteil an der neuen Unterkunft für das Einsatzfahrzeug gearbeitet. Die meisten Arbeiten wurden dabei von den 22 Aktiven der Gehauer Feuerwehr selbst erledigt.

„Anders als in Oberjossa oder Hatterode konnten wir nicht auf eine ‘Rentnerband’ zurückgreifen. Wir können also nur abends und am Wochenende arbeiten“, berichtet Wehrführer Holger Hamel. Das erkläre auch die vergleichsweise lange Bauzeit. Für Betonwände, Dachstuhl, Fenster, Putzarbeiten und Estrich setzten die Feuerwehrleute auf Firmen. Bei Elektro-, Sanitär-, und Heizungsbau unterstützen Fachbetriebe die ehrenamtlichen Bauarbeiter. Im Schatten des Dorfgemeinschaftshauses entsteht so ein modernes Feuerwehrgebäude mit Umkleide- und Sanitärtrakt, Räumen für Schulungen und die Jugendfeuerwehr sowie einer Fahrzeuggarage.

Wichtg sei der Wehr gewesen, den angrenzenden Festplatz nicht zuzubauen. 1210 Arbeitsstunden haben die Gehauer Feuerwehrleute bisher geleistet. Die Restarbeiten, hofft Hamel, sollen bis zum Herbst abgeschlossen werden. Dann wird es auch mit den beengten Verhältnissen im bisherigen Feuerwehrhaus vorbei sein.

Das Gebäude stammt aus den 1960er Jahren und damit aus einer Zeit, in der in den Dörfern lediglich ein traktorgezogener Spritzenanhänger stationiert war. Künftig soll in dem Gebäude ein Zelt eingelagert werden, das die Breitenbacher Feuerwehren gemeinsam für ihre Brandsicherheitsdienste auf dem Burg-Herzberg-Festival angeschafft haben. Fallen wird allerdings der Schlauchtrockenturm, der vom technischen Prüfdienst wegen Baufälligkeit gesperrt worden ist.

Der Landeszuschuss in Höhe von 81 000 Euro sei mittlerweile fast aufgebraucht, der tatsächliche Bedarf an den bewilligten 50 000 Euro Gemeindezuschuss soll laut Hamel möglichst gering gehalten werden. Angesichts dieser Investitionen scheint die Einsatzfähigkeit der Wehr für die nähere Zukunft gesichert.

Die Jungendfeuerwehr des 180-Seelen-Dorfes hat 18 Mitglieder, drei davon aus dem benachbarten Machtlos. „Wenn die in die Einsatzabteilung übergegangen sind, sieht es mit weiterem Nachwuchs allerdings nicht mehr so gut aus“, sagt Holger Hamel.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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