In voller Feuerwehr-Montur

39 Stockwerke nach oben: Neuensteiner beim „Firefighter-Stairrun“ in Berlin

Berlin-Firefighter-Stairrun: Timo Meiser und René Mohr aus Ludwigsau sind in voller Feuerwehrausrüstung mit Atemschutz die 39 Stockwerke des Hotels Park Inn am Alexanderplatz in Berlin hinaufgelaufen.

Neuenstein/Berlin. 39 Etagen – 770 Stufen hochsteigen, das ist eine Herausforderung, der sich kaum jemand freiwillig stellen würde. Timo Meiser und René Mohr aus Neuenstein haben das jetzt schon zum zweiten Mal getan und zwar in voller Feuerwehrschutzausrüstung mit Atemschutzgerät.

Die beiden aktiven Feuerwehrleute haben am Berlin-Firefighter Stairrun teilgenommen und die Aufgabe mit einer Zeit von elfeinhalb Minuten gemeistert.Ein paar Sekunden schneller war das Team aus Ludwigsau mit Andreas Lehn und Nikolas Fehrensen, das nach elf Minuten auf dem Dach des Hotels Park Inn am Alexanderplatz in Berlin angekommen ist. Insgesamt haben 375 Teams aus ganz Europa an dem Lauf teilgenommen, 358 von ihnen kamen oben an. Die schnellsten kamen aus Polen und benötigten 5,42 Minuten.

Für die beiden Neuensteiner ist der Firefighter-Stairrun eine schöne Gelegenheit, ihre Hobbys – Feuerwehr und Sport – miteinander zu verbinden und etwas zu tun, was nicht jeder macht, erklärt Timo Meiser, der aus Raboldshausen kommt. Für das gute Gefühl, oben angekommen zu sein, und zwar mit einer besseren Zeit als im Vorjahr, nehmen die beiden auch die Schmerzen in Kauf, die den langen Aufstieg begleiten. „Man konzentriert sich einfach aufs Atmen und auf die Stufen“, sagt Timo Meiser, der mit gesenktem Kopf die Treppen nach oben stapft. In dem relativ engen Treppenhaus gibt es zwar Streckenposten, aber keine Zuschauer, die die Läufer anfeuern könnten. „Das Schlimmste, was man machen kann, ist die Stockwerke zu zählen“, findet René Mohr. Beide sind sich einig, dass neben der körperlichen Kraft vor allem mentale Stärke entscheidend ist, um die Herausforderung zu bewältigen.

Einen geeigneten Ort für die Vorbereitung zu finden, ist in Waldhessen gar nicht so einfach. Schließlich gibt es kaum wirklich hohe Gebäude. Die Neuensteiner sind deshalb froh, gemeinsam mit dem Team aus Ludwigsau im HKZ in Rotenburg trainieren zu können. Das hat zwar nur 15 Stockwerke, aber dafür laufen die Feuerwehrsportler dort gleich dreimal rauf und wieder runter. Wobei das Runterlaufen nicht wirklich Erholung ist, sondern ganz schön auf die Gelenke geht, erzählt Mohr.

Die größte Hürde ist übrigens die Anmeldung. Die läuft online an zwei Terminen. Jeweils 190 Plätze sind dann innerhalb von eineinhalb Minuten vergeben. „Da muss man schnelle Finger haben und ein schnelles Internet“, sagt Meiser. In diesem Jahr haben die beiden ein kleines Event aus der Anmeldung gemacht und dazu ihre Kameraden von den Wehren Obergeis und Raboldshausen eingeladen. Schön fänden sie es, wenn sich weitere Teams in Neuenstein fänden, die bei dem Lauf mitmachen wollen. Denn die Kameradschaft untereinander ist ihnen ein Anliegen.

Nach dem Treppenlauf und einer kurzen Regenerationspause im Hotel gab’s für die Neuensteiner und ihre Partnerinnen noch ein kleines Besichtigungsprogramm und abends ein leckeres Essen und kühle Getränke, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Das nächste Projekt haben die beiden auch schon geplant: Ein Feuerwehr-Treppenlauf in Köln am 31. Juli.

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