In dem kleinen Gotteshaus hatte sich der Hausschwamm eingenistet

Die Kirche in Salzberg wird saniert

+
Die Arbeiten können beginnen: Nachdem der Hausschwamm in der kleinen Salzberger Kirche großen Schaden angerichtet hatte, muss sie nun von innen komplett saniert werden. Verantwortlich für die Sanierung ist Architekt Albert Heß (rechts), der hier mit seinem Bauleiter Udo Grund (links) und Martin Bieber, dem Vorsitzenden des Gesamtverbands Kirchspiel Raboldshausen-Mühlbach, die Pläne erläutert.

Salzberg. Zwei Jahre schon müssen die Salzberger auf ihre Kirche verzichten. Dort hatte sich der Hausschwamm eingenistet. Doch jetzt soll das kleine Gotteshaus saniert werden.

Die Feuchtigkeit hatte sich unter den Holzpodesten, auf denen die Kirchenbänke standen abgesetzt, erläutert Bauleiter Udo Grund vom Architekturbüro Heß in Mühlbach. Der Schimmel hatte dann sowohl die Kirchenbänke als auch die Treppe zur Empore und die Wände befallen und sich dort festgesetzt.

Nachdem ein Gutachter das Ausmaß des Schadens festgestellt hatte, wurden die Holzeinbauten und der Putz aus der Kirche entfernt und in einem geschlossenen Container zur Entsorgung gebracht. „Alles wurde verbrannt, damit der Hausschwamm keinen weitern Schaden anrichten kann“, erklärt Grund.

Eine auf Denkmalpflege spezialisierte Firma aus Mühlhausen kümmerte sich um die Sandsteinplatten, mit denen der Boden der Kirche ausgelegt war. Sie wurden einzeln nummeriert, aufgenommen und werden dann nach der Reinigung mit einer Spezialchemikalie und dem Sandstrahler wieder eingebaut. Der rote Sand, der derzeit noch den Boden bedeckt, muss ebenfalls komplett entsorgt werden.

Mauerreste nicht historisch

Dann ist auch die Archäologin Dr. Elisabeth Ida Faulstich aus Hünfeld noch einmal an der Reihe, die nach Überresten möglicher Vorgängerbauten, Grabstätten oder anderen interessanten Dingen gucken wird. Ihre Freude über einen vermeintlichen Fund hinter dem Altar währte allerdings nur kurz. Alteingesessene Salzberger erinnerten sich, dass dort einmal ein Ofen gestanden hatte und schließlich meldete sich der Handwerker, der das Ofenfundament mit eigenen Händen gemauert hatte – keine historische Grabstätte also.

Neben den Sandsteinplatten sollen nun, so erklärt Udo Grund, Heizkanäle in den Boden eingebaut werden. Die Wärme soll auch an den Wänden hochsteigen und künftige Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel verhindern. Die Kanzel wird restauriert und wieder aufgebaut, zur Empore soll dann eine ganz neue Treppe aus Eichen-Kernholz führen. Auch die Elektro-Anlage wird komplett erneuert.

Die Holzpfosten, die die Empore tragen und die derzeit mit lackiertem Holz ummantelt sind, müssen noch freigelegt und das Holz auf seinen Zustand überprüft werden. Architekt Heß geht davon aus, dass das alte Holz dann sichtbar bleibt.

Sein Anliegen ist es, aus der Kirche ein Gebäude zu machen, dass sowohl seiner historischen Bedeutung als auch modernen Ansprüchen gerecht wird und multifunktional genutzt werden kann. Deshalb soll es keine Bänke mehr geben, sondern Stühle, die bei Bedarf beiseite geräumt oder anders gestellt werden können.

Die Kosten beziffert Heß auf 130 000 Euro. Sie werden zum größten Teil vom Landeskirchenamt getragen, doch auch das Kirchspiel Raboldshausen-Mühlbach beteiligt sich nach seinen Möglichkeiten, versichert dessen Verbandsvorsitzender Martin Bieber.

Wenn alles gut läuft, kann vielleicht schon wieder Weihnachten in der Kirche gefeiert werden. Hintergrund

Kommentare