Aktion des Regierungspräsidiums angelaufen

Grundstück des Müllkünstlers bei Obergeis wird geräumt

Obergeis. Seit Donnerstagmorgen ist die Räumungsaktion des Regierungspräsidiums von etwa 120 Kubikmetern Müll auf einem Privatgelände im Bereich Erzebach bei Obergeis in vollem Gange.

Eigentlich hatte die Aktion bereits am Montag stattfinden sollen. Allerdings war sie am vergangenen Freitag durch das RP kurzfristig abgesagt worden, nachdem der selbsternannte Müllkünstler Matthias Möller erklärt hatte, sich das Leben zu nehmen, falls jemand seine „Kunstwerke“ zerstören würde. So wurde mit dem Aufräumen vor dem Anwesen Möller dann ohne vorherige Bekanntgabe begonnen. Zuvor war gegen sieben Uhr Möller selbst von einer Polizeistreife aus dem Haus gebeten und in die psychiatrische Abteilung am Klinikum Bad Hersfeld gebracht worden. Etwa eine Stunde später begann dann ein Entsorgungsunternehmen mit der Säuberung. Bis zum Mittag war bereits eine erster großer Container mit Unrat gefüllt.

Videobericht: Grundstück geräumt

Über die Kosten der Aktion mochte Michael Conrad, Pressesprecher des RP, nichts sagen. Nur so viel: In erster Linie stehe der Verusacher in der Pflicht. Zudem werde versucht, verwertbare Dinge zu veräußern. Der Rest werde dann am Steuerzahler hängenbleiben.

Die Anwohner zeigten sich gestern Vormittag erleichtert. „Sie hätten mich mal am Montag bei der Polizei sehen sollen, als die Aktion abgeblasen worden war. Heute bin ich einfach nur froh“, erklärt eine Nachbarin Möllers. Allerdings schwinge bei aller Freude über die „Putzaktion“ auch eine gewisses Unwohlsein mit, da er ja irgendwann wiederkommen werde. Und ein weiterer Anwohner führt aus: „Wenn er wieder da ist, wird er wieder mit dem Sammeln anfangen.“ Und siehe da, am frühen Nachmittag war Matthias Möller schon wieder aus der Klinik raus, da ein Richter die Unterbringung als nicht notwendig angesehen hatte.

Von Mario Reymond

RP lässt Grundstück des Müllkünstlers räumen

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