Originelle Beiträge beim ersten Forum zur Dorfentwicklung in Ludwigsau

Wenn Zwerge trommeln

Portrait mit Pfiff: Heinrich Igelbrink, Martin Eberhardt, Andreas Gerland und Manuela Dietrich (von links) stellen anhand der Buchstaben dar, was das durch seine wettkampferprobten Feuerwehrleute hessenweit bekannte Dorf „kann“ und was es „will“. Foto: Apel

Friedlos. Kaum hat Bürgermeister Thomas Baumann die Teilnehmer des ersten ortsteilübergreifenden Forums für die Dorfentwicklung in Ludwigsau begrüßt und das Moderatorenteam vorgestellt, da erscheinen auch schon sieben Zwerge. In rotkarierten Hemden, mit wunderschönen grünen Zipfelmützen, und Ortsvorsteher Armin Wenk gibt den Takt vor. Mit einer Trommel.

Märchenstunde mit afrikanischer Note im Familienraum des Friedloser Bürgerhauses? Mitnichten. In ganz Ludwigsau haben Ortsbegehungen stattgefunden. Mitglieder aller dreizehn Ortsbeiräte und interessierte Bürger haben dem aus Almut Teichmann, Yvonne Winter und Alexander Sust bestehenden Moderatorenteam ihren Ortsteil vorgestellt und Stärken und Schwächen aufgeschrieben.

Diese sollen die Grundlage bilden für einen möglichst bald aufzustellenden Entwicklungsplan. Der wiederum ist Voraussetzung dafür, dass das Land Hessen beziehungsweise die Wirtschafts-und-Investitionsbank Fördermittel für Entwicklungsmaßnahmen bewilligt – so ähnlich wie früher bei der allerdings immer nur in einem einzigen Ortsteil umfassenden Dorferneuerung.

Alle sollen profitieren

Damit alle Ortsteile von den Stärken der anderen profitieren können, stellen sich beim Forum alle vor. Ersrode macht es originell, Friedlos relativ konventionell, für Mecklar und Rohrbach spricht einfach nur der Ortsvorsteher, Meckbach präsentiert ein kurzes Filmportrait, Gerterode benutzt seine neun Buchstaben, um sich ins rechte Licht zu setzen, Biedebach verteilt am Ende einen Flyer, Niederthalhausen reimt.

Für jeden Ortsteil werden Sprechblasen mit dem, „was er kann“, und dem, „was er will“, auf einer stilisierten Karte von Ludwigsau angebracht. Schnell entsteht ein buntes Bild, schnell kristallisiert sich heraus, dass man mit der mitunter als idyllisch bezeichneten geographischen Lage im Großen und Ganzen zufrieden ist, dass man hier und da aber gerne einen sichtbareren Ortsmittelpunkt hätte. Und auch einen alle verbindenden Radweg.

Moderatorin Yvonne Winter ist begeistert und animiert zur Bildung von Kleingruppen, in denen man sich mit Themen beschäftigen soll, die für alle Bürger von Bedeutung sind und die gemeinsam angegangen werden können: Mobilität zum Beispiel, Spiel und Freizeit, Bildung und Kultur, Umbau als Maßnahme gegen Leerstand, Verdienstmöglichkeiten. Fast alle bringen sich intensiv ein.

Einige sind dann aber enttäuscht, als Moderatorin Almut Teichmann zum Abschluss der Veranstaltung – ohne dass über das gerade Erarbeitete diskutiert worden ist – die parallele Veranstaltung von drei weiteren Foren ankündigt: in den Teilräumen Fuldatal, mittleres Rohrbachtal und oberes Rohrbachtal/Beisetal.

Immer mit dem Ziel vor Augen, über den eigenen Kirchturm hinaus ein Entwicklungskonzept für ganz Ludwigsau zu erarbeiten. Hintergrund

Von Wilfried Apel

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