250 Dinge (157): Durch das Geistal führt ein Radweg zum Eisenberg

Zum Waldhessengipfel

Von Dorf zu Dorf führt der Radweg R10 durchs Geistal.

Neuenstein. Etwas abseits der populären Flusstal- und Bahnradrouten des Waldhessenkreises sind im Geistal außer Mühlbach alle Ortsteile der Gemeinde Neuenstein an den Radweg R 10 angeschlossen. Von Bad Hersfeld kommend, beginnt meine Tour in Gittersdorf. Ein leise plätschernder Brunnen mit schmuckem Fachwerkhaus im Hintergrund ist das erste Fotomotiv. Eine große Tafel informiert Ortsfremde über die Feier zum 650-jährigen Bestehen im Juli 2006.

Ich orientiere mich nun nach dem Waldhessen (WH)-Radweg R 10. Außerhalb des Dorfes begegnet mir ein junges Paar mit Kinderwagen, dessen Fahrgast mit den Ärmchen gestikulierend die Ausfahrt sichtlich genießt. Untergeis nehme ich erstmals aus der innerörtlichen Perspektive wahr. Bisher kannte ich nur die Durchfahrtansicht von der B 324 her. Eine Gruppe Jugendlicher grüßt freundlich und wendet sich gleich wieder den technischen Vorzügen ihrer Motorroller zu.

Auf dem Weg nach Obergeis ist der spitze Kirchturm mit den vier Erkertürmchen als markante Silhouette zu erkennen. Wenig später umrunde ich das Bauwerk zu Fuß. Mehrere Radwegweiser ganz in der Nähe veranlassen mich zum Blick auf die Karte. Ein Spaziergänger mir Enkel erkennt meine Orientierungsprobleme und informiert mich über Alternativen. Nach ausführlichem Gespräch mit dem bekennenden Rad- und Fußwanderer Erich Möhl entscheide ich mich für die Hügelroute. Oben angekommen, rauscht gerade ein ICE auf seiner Stelzenfahrbahn über das Gewerbegebiet.

Links begleitet mich nun die Geräuschkulisse der Autobahn, bis mich bei Aua eine Unterführung zur anderen Seite lotst. Am Horizont ragt der Turm von Schloss Neuenstein über die Baumwipfel. Hinter Saasen lege ich einen Erkundungsstopp an der Wiesenmühle ein. Das große Rad und der Wasserzulauf sind von außen zu besichtigen, das Museum innen jedoch nur mit vorheriger Anmeldung. In Raboldshausen verweile ich für einen Moment an der Quelle des Geisbaches mit den verschiedenen Wasserläufen drumherum.

Zur Großdarstellung der Karte auf das Bild klicken!

Hinter dem Ort geht’s nun über die L 3155 auf Salzberg zu. Dort teilt sich die Route und ich rüste mich für einen Aufstieg zum Eisenberg. Schon nach wenigen Pedalumdrehungen zeigt der Steigungsmesser zwölf Prozent. Jetzt hilft nur noch absteigen und schieben. Ein murmelnder Bach ist das einzige Geräusch in der stillen Landschaft. Nicht weit von der Hügelkuppe entfernt lassen Kinder bunte Drachen steigen. Landwirte bündeln die späte Grummeternte in Plastikfolie. Ein Skilift wartet auf den nächsten Schneewinter. Rund um das früher einmal beliebte Ausflugsziel oben auf dem Eisenberg ist allerdings kein Besucher zu sehen. Das Heussnerhaus mit Borgmannturm und Hotelkomplex wirken verlassen. Nach kurzer Pause fahre ich über Willingshain und das Aulatal wieder auf Bad Hersfeld zu.

Von Hans-H. Hartmann

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