Wahlanalyse: In Ludwigsau gibt die SPD weiter den Ton an - BfL aus dem Stand stark

Ludwigsau. An den Kräfteverhältnissen im Gemeindeparlament von Ludwigsau ändert sich zwar nichts. Aber dennoch hat dort eine Art politischer Erdrutsch stattgefunden. Aus dem Stand erreichte die neue Gruppierung „Bürger für Ludwigsau“ (BfL) 37,4 Prozent und zieht mit neun Abgeordneten ins Gemeindeparlament ein. Die SPD verliert zwar 2.9 Prozent der Stimmen, hält aber mit ihren 61,5 Prozent ihre 16 Sitze.

Die FDP, die nur mit einer Kandidatin, Christina Wenz, angetreten war, ist nicht in die Gemeindevertretung eingezogen. Wenz erhielt 630 Stimmen, hat aber vermutlich viele weitere Listenstimmen verschenkt, weil sie als Einzelkandidatin angetreten ist. Hier wäre es wohl klüger gewesen, noch einige Mitstreiter zu organisieren, um dann wenigstens mit einem Abgeordneten vertreten zu sein.

Bei der SPD haben die „alten Kämpen“ Peter Schütrumpf (2163), Rainer Koch (2119) und Joachim Sust (1888) die meisten Stimmen erzielt. Schütrumpf soll weiter Vorsitzender der Gemeindevertretung bleiben, Koch den Fraktionsvorsitz behalten und Sust weiter als Vorsitzender den Haupt- und Finanzausschuss leiten.

Dennoch gibt es bei den Sozialdemokraten eine handfeste Überraschung: Friedhelm Eyert soll Erster Beigeordneter werden und somit Willi Kümmel beerben, der mit 75 Jahren nicht mehr für das Amt kandidiert.

Eyert ist ein kommunalpolitischer Voll-Profi. Er ist Leiter des Ordnungsamtes in Bebra und hatte bereits einmal gegen Thomas Baumann für das Amt des Bürgermeisters seiner Heimatgemeinde Ludwigsau kandidiert. Sein Verhältnis zu Baumann gilt trotz der einstigen Gegnerschaft um das Bürgermeisteramt als sehr gut. Bei den Bürgern für Ludwigsau hat Christian Kersch (1830) das beste Ergebnis erzielt und damit Spitzenkandidat Stephan Braun (1638) auf Platz vier verwiesen. Wieder im Parlament vertreten sind die ehemaligen CDU-Gemeindevertreter Hannelore Lehn (1751), Karl Scholz (1752) und Heinrich Fink (1551). Sie belegen neben Kersch und Braun die vorderen fünf Ränge.

Ausgesprochen schwach sind die Frauen im neuen Gemeindeparlament vertreten. Neben Hannelore Lehn ist noch Inka Wüst für die BfL gewählt worden. Bei der SPD ziehen Manuela Eberhardt und Christa Klein ins Parlament ein. Auch das Durchschnittsalter der neuen Gemeindevertretung zeugt von viel Lebenserfahrung – wenn man es positiv formulieren will.

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