Großgemeinde arbeitet an einem integrierten Entwicklungskonzept für die Zukunft

Viel Lust auf Ludwigsau

Sie wollen die Zukunft von Ludwigsau aktiv mitgestalte: Die Teilnehmer der IKEK-Auftaktveranstaltung mit den Landschaftsplanern Yvonne Winter, Bürgermeister Thomas Baumann, Almut Teichmann und Alexander Sust (vorn kniend von links). Foto: Struthoff

Ludwigsau. In der Großgemeinde Ludwigsau mit seinen 13 Ortsteilen ist am Montagabend der Startschuss für ein auf zehn Jahre angelegtes Zukunftsprojekt gefallen. IKEK lautet der etwas sperrige Titel und steht als Abkürzung für „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“.

Dahinter verbirgt sich allerdings laut Bürgermeister Thomas Baumann „die einmalige Chance, kreativ mit der Dorferneuerung umzugehen.“ Gefragt seien deshalb alle, die „Lust auf Ludwigsau“ haben.

„Projekt ist ein Novum“

Mit der Dorferneuerung haben die Bürger in Ludwigsau bereits Erfahrung: Die Ortsteile Gerterode, Tann, Biedebach und Mecklar haben schon daran teilgenommen. Jetzt allerdings gibt es ein Novum. Obwohl beispielsweise auch in Eiterfeld und Bebra IKEK-Projekte laufen, sei Ludwigsau laut Baumann die erste Flächengemeinde dieser Größe, die als Ganzes an der Dorferneuerung teilnimmt. Insgesamt stünden in den kommenden zehn Jahren rund 1,5 Millionen Euro Landeszuschuss für förderfähige Kosten zur Verfügung. Hinzu kommen private Vorhaben, die aus einen anderen Topf unterstützt werden können.

Rund 50 Bürger, darunter fast alle Ortsvorsteher, waren am Montagabend in die Bürgerstuben gekommen, um sich den etwas komplizierten Dorfentwicklungsprozess erläutern zu lassen. Begleitet wird das Projekt von Susanne Torreiter vom Fachdienst Ländlicher Raum des Landratsamtes sowie drei Fachplanern aus Fulda und Wildeck, die eine „ARGE IKEK“ gebildet haben. Das Projekt gliedere sich in einen kommunalen und einen privaten Bereich. Zunächst erstellt bis Ende September das Architekturbüro Pardemann aus Erfurt einen so genannten „städtebaulichen Fachbeitrag“, in dem die ortstypischen Bauweisen dokumentiert werden. Auf diese Grundlage stützt sich die Förderung von Dorfererneuerungsprojekten in den jeweiligen Ortslagen.

„Nicht abschrecken lassen“

Förderfähig ist beispielsweise die Umnutzung, Sanierung, Erweiterung oder auch der Rückbau von Gebäuden wie auch die Gestaltung von Freiflächen. Dazu gehören etwa Dacharbeiten, Installationen und Dämmungen. Allerdings sollten Bauwillige nicht mit den Arbeiten beginnen, bevor die Förderung bewilligt ist, mahnte Torreiter. Grundsätzlich können bis zu 35 Prozent der zuschussfähigen Nettokosten (maximal 45 000 Euro pro Objekt), bezuschusst werden. „Lassen Sie sich von diesen Summen nicht abschrecken, das Projekt kann über mehrere Jahre laufen“, riet Torreiter.

Von Kai A. Struthoff

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