Männer täuschten vor, Paketboten zu sein und transportierten gefährlichen Abfall

Polizei stoppt Schrottsammler in Reilos: Verbotenes unter Gerümpel

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Allerlei verbotenen Schrott fand die Polizei auf der Ladefläche eines Sprinters, der in Reilos Altwaren einsammelte.

Reilos. Den richtigen Riecher hatte eine Streife des Regionalen Verkehrsdienstes (RVD) Bad Hersfeld am Montagnachmittag bei der Kontrolle eines Kasten-Lkw der Sprinterklasse.

Kurz nach 14 Uhr hielten die beiden Beamten der spezialisierten Verkehrsüberwachung im Ludwigsauer Ortsteil Reilos einen weißen Kleinlaster, wie er auch von Paketzustelldiensten benutzt wird, an. Die beiden Insassen des Lkw verstärkten den Eindruck, es handele sich um solche Zusteller, denn sie trugen die originale Oberbekleidung eines großen deutschen Paketdienstes. Offensichtlich war es die Absicht der beiden Männer, mit dieser Maskerade der Aufmerksamkeit der Polizei oder anderer Kontrollbehörden zu entgehen, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei

Keine Erlaubnis

Dass es sich bei den beiden aus Kassel stammenden Männern tatsächlich um Schrottsammler handelte, zeigte sich bei einem Blick in den Laderaum des Sprinters. Dieser war bereits mit einer großen Menge an Eisenschrott und anderem Gerümpel beladen. Unter dem Gerümpel entdeckten die Beamten die Umrisse einer Waschmaschine. Da diese als gefährlicher Abfall eingestuft ist, bedarf deren Erfassung und Beförderung einer besonderen Erlaubnis. Eine solche Erlaubnis konnten die beiden Männer jedoch nicht vorweisen.

Kurzerhand fuhren die Verkehrsspezialisten mit den getarnten Schrottsammlern zu einem fachmännischen Abfallentsorgungsbetrieb in Bad Hersfeld. Dort wurde das Fahrzeug unter den wachsamen Augen der beiden Gesetzeshüter entladen. Dabei fanden sie unter dem ganzen Eisenschrott ganze zwanzig Elektrogeräte, darunter zwei Waschmaschinen, einen Wäschetrockner, mehrere Staubsauger sowie diverse Unterhaltungselektronik. Die beiden vermeintlichen Paketboten erwartet jetzt eine Strafanzeige wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen.

„Wir stoppen fast täglich solche Abfalltransporte“, erklärt Polizeioberkommissar Michael Hofmann vom RVD Bad Hersfeld und ergänzt: „in vielen Fällen finden wir dabei Elektrogeräte und alte Fahrzeugbatterien. Viele Bürger wissen gar nicht, was sie den fliegenden Schrotthändlern aushändigen.“ Gerade Elektrogeräte und alte Geräte- bzw. Fahrzeugbatterien sind nämlich als gefährlicher Abfall eingestuft.

Solche gefährlichen Abfälle dürfen Schrottsammler, welche klingelnd durch die Straßen fahren, weder sammeln noch befördern.

Zertifizierte Betriebe

„Unter bestimmten Umständen kann sich auch der Erzeuger oder Besitzer von solchen Abfällen strafbar machen, wenn er diese den Schrottsammlern übergibt“, warnt POK Hofmann und rät: „Für Privathaushalthalte gibt es zertifizierte bzw. öffentlich-rechtliche Entsorgungsbetriebe, die Altgeräte kostenlos entgegen nehmen oder sogar abholen.“

Sein Appell: „Die Polizei bittet darum, diese Angebote wahrzunehmen und die Altgeräte nicht einfach an die Straße zu stellen.“

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