Selbsternannter Recycling-Künstler aus Obergeis muss 50 Kubikmeter Müll wegräumen

Unrat sorgt für Ungemach

Kunst oder Chaos: Auch vor seinem Haus hat der selbsternannte Recycling-Künstler Matthias Möller aus Obergeis jede Menge Unrat angehäuft. Was für andere Müll ist, ist für ihn Kunst. Jetzt hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass der Müll weg muss. Möller hat jetzt vier Wochen Zeit, das Urteil anzuerkennen. Foto: Reymond

Obergeis. 50 Kubikmeter Abfall liegen in der Gemarkung Obergeis verstreut. Ganz besonders viel Unrat hat sich vor einem Anwesen weit außerhalb von Obergeis angesammelt. Hof Erzebach heißt dieser Bereich. Dort stehen vier Häuser, von denen drei noch bewohnt sind.

Die Unrat-Berge hat Matthias Möller angehäuft. Selbst hat er seine Sammlung vor Mitarbeitern des Hessischen Rundfunks als „Müll-Recycling-Museum“ bezeichnet. „Ich lebe für meine Kunst und versuche aus Scheiße Geld zu machen“, sagte Möller dem hr weiter.

Für seine Nachbarn auf Hof Erzebach ist Möller jedoch kein Künstler. Sie bezeichnen ihn als Messi. Sie alle wollen, dass Möller das ganze Gelumpe entsorgt. Das Regierungspräsidium hat dies auch so bewertet und Möller aufgefordert, alles wieder aufzuräumen. Dagegen klagte dieser jetzt vor dem Verwaltungsgericht in Kassel und bekam am Dienstag abermals eine Abfuhr (Hintergrund).

Möller selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nur sein Patenonkel Konrad Strüber, der zusammen mit Möller in dem Haus auf Hof Erzebach lebt, war zuhause. Für ihn sei die ganze Geschichte nicht nachvollziehbar. „Der Matthias ist halt Künstler. Und einiges hat er auch schon aufgeräumt. Der Spektakel hier mit den Nachbarn geht doch schon seit Generationen“, sagte Strüber.

Differenzen zwischen den Nachbarn gebe es schon seit 60 Jahren. Seit etwa sieben Jahren beschäftige sich nun das Gericht wegen des Mülls mit der Person Möller, erzählte ein Nachbar.

Für Strüber hingegen steht fest, dass die Nachbarn dem Matthias übel mitspielen. „Hier wird nur gegen ihn gearbeitet.“ Das wiederum sehen die ganz anders, schütteln mit den Köpfen und winken ab.

Von Mario Reymond

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