Gedenkfeier am 69. Jahrestag der deutsch-amerikanischen Luftschlacht

Tod überm Seulingswald

Gedenken an die Opfer der großen Luftschlacht, die am 27. September 1944 im Raum Eisenach - Bad Hersfeld tobte und 118 Amerikaner und 18 deutsche Flieger das Leben kostete an der Fliegergedenkstätte in Friedlos. Extra aus den USA angereist kamen Maria A. Tims und Nancy J. Canto (rechts). Tims überreichte eine Uniformjacke ihres inzwischen verstorbenen Mannes Robert, zahlreiche Orden und andere Erinnerungsstücke an Eberhard Haelbig, der in Eisenach ein Museum betreibt. Foto: Manns

Friedlos. Vor 69 Jahren, am 27. September 1944 fand im Luftraum Eisenach-Bad Hersfeld eine der für die amerikanische Luftwaffe verlustreichsten Luftschlachten des Zweiten Weltkrieges statt. Kurz nach 11 Uhr wurden 35 „B-24 Liberator-Bomber“ überraschend von 121 Jagdflugzeugen des deutschen Jagdgeschwaders 3, (Udet) 4 und 300 angegriffen.

Desaster größten Ausmaßes

Dieser Luftkampf wurde für die Amerikaner zu einem Desaster größten Ausmaßes. Von den 35 in England gestarteten Bombern gingen 30 verloren. Die deutsche Luftwaffe verlor 29 Jagdflugzeuge. Dabei kamen 118 Amerikaner und 18 deutsche Flieger ums Leben.

Zur Erinnerung an diese Schlacht wurde am 1. August 1990 ein Mahnmal bei Friedlos eingeweiht. Dort fand jetzt eine Gedenkfeier statt.

Bürgermeister Thomas Baumann freute sich ganz besonders, dass zwei Frauen aus den USA gekommen waren, um an der Feier teilzunehmen. Die Ehefrau des damaligen Navigators eines B-24 Bombers Robert T. Tims, Maria A. Tims, kam auf Einladung von Eberhard Haelbig aus Eisenach nach Deutschland und hatte ihre Freundin Nancy J. Canto mitgebracht.

Maria T. Tims war schon mit ihrem Mann Robert bei den Einweihungsfeierlichkeiten 1990 dabei, als sich die ehemaligen Gegner vor dem Mahnmal die Hände zur Versöhnung reichten.

Dass Deputy Host Nation Advisor to the Commander of the US-Airforce in Europe, John Rodgers an der Gedenkfeier teilnahm, wertete Baumann als ein hohes Zeichen der Wertschätzung und des Gedenkens.

Auch die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, der ehemalige Jagdflieger Gerhard Kott, welcher an der Luftschlacht über dem Seulingswald teilgenommen hatte, die ehemaligen Jagdflieger aus der Region Willi Vollmer aus Friedlos und Hans Horn aus Bebra, der ehemaligen Bundestagsabgeordnete Berthold Wittich, der zuständige Revierförster Achim Schumm, viele Kommunalpolitiker, Hinterbliebene ehemaliger deutscher Kampfflieger und viele Bürger aus den umliegenden Gemeinden nahmen an der Feierstunde teil.

Über die Entsendung einer Abordnung aus der Alheimer Kaserne in Rotenburg, vom 2. Führungsunterstützungsbataillon 286 und der Reservistenkameradschaft mit Oberstleutnant d. R. Carsten Trinks mit dem Trompeter Thomas Conrad freute sich Baumann ebenfalls.

Thomas Baumann bedankte sich ganz besonders bei Walter Hassenpflug, der sich trotz seines hohen Alters, seit Jahrzehnten für die Gedenkstätte engagiert und den Gedanken der Versöhnung lebt.

Oberstleutnant d. R. Carsten Trinks wies auf die Folgen des Zweiten Weltkrieges hin, der auch 67 Jahre nach seinem Ende immer noch ein Thema ist, das die Menschen zutiefst emotional berührt.

Von Gerhard Manns

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