Widerstand im Kreistag gegen Suedlink-Leitung

Tennet soll Gründe für Trasse nennen

Hersfeld-Rotenburg. Der Netzbetreiber Tennet soll offenlegen, warum die geplante Höchstspannungsleitung Suedlink durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg führen muss. Das fordert der Kreistag, der eine entsprechende Resolution einstimmig verabschiedet hat.

Tennet habe bisher keine Argumente genannt, warum von den vier geprüften Trassen ausgerechnet die Mitte-Variante gewählt wurde. „Wir sehen bis heute keinen Grund, warum das wieder durch die Region gehen muss“, sagte Neuensteins Bürgermeister und CDU-Kreistagsabgeordneter Walter Glänzer: „Alles läuft durch den gleichen eng gesteckten Bereich.“

Außerdem sollen Bundes- und Landesregierung zunächst klären, ob die Gleichstromleitung energiewirtschaftlich überhaupt noch notwendig ist, angesichts des Widerstands von Horst Seehofer gegen Suedlink. „Das energiepolitische Rumgeeiere in Bayern ist schwer nachzuvollziehen“, sagte Grünen-Fraktionschef Jörg Althoff.

Das Land Hessen fordert der Kreis zudem auf, die Mindestabstände von Stromtrassen zu Wohngebieten neu zu regeln. Im Landesentwicklungsplan sollten die gleichen Abstände gelten wie in Niedersachsen. Dort müssen Freileitungen mindestens 400 Meter Abstand zu Ortschaften einhalten, 200 Meter zu einzelnen Häusern. „Tennet hat bisher offen gelassen, ob es diese Regelung auch in anderen Ländern anwenden wird“, sagte der SPD-Abgeordnete Torsten Warnecke, „das sollte in Hessen gesetzlich geregelt werden.“

Von Forderung abgerückt

Einheitlich abgerückt ist der Kreistag von der ursprünglichen Forderung des CDU-Antrags, die Suedlink-Leitung solle auf jeden Fall auf der Ost-Trasse gebaut werden: „Wenn die Kriterien nicht klar sind, können wir das auch nicht fordern“, sagte SPD-Fraktionschef Manfred Fehr. Und Jörg Althoff warnte: „Keiner will die Leitungen, aber alle wollen den Strom. Das ist auch nicht richtig.“ (mcj)

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