Tennet baut Umspannwerk in Mecklar für weitere Stromtrassen aus

+
Das Umspannwerk in Mecklar: Netzbetreiber Tennet will dort 50 Millionen Euro investieren.

Ludwigsau. Der Stromnetzbetreiber Tennet will rund 50 Millionen Euro in den Ausbau des Umspannwerks in Mecklar investieren. Damit soll der Energieknotenpunkt ertüchtigt werden für den Anschluss der 380-kV-Starkstromleitung Wahle-Mecklar, aber auch für die Verstärkung anderer Trassen.

Die Umbaupläne stellte Tennet am Mittwochabend in Ludwigsau-Mecklar der Öffentlichkeit vor. Rund vier Jahr veranschlagt der Netzbetreiber nach Angaben von Projektleiter Michael Hörmann für die Bauarbeiten, die bereits im Oktober beginnen sollen. Sie sehen eine Erweiterung des bisherigen Areals an der B 27 zwischen Friedlos und Mecklar vor. Geplant ist der Bau einer gekapselten, gasisolierten Schaltanlage, die nach Angaben von Tennet weniger Platz als eine Freiluftanlage benötigt und zudem wegen der besseren Isolierung kaum Immisionen abgeben soll. Dafür ist der Bau auch rund doppelt so teuer wie eine herkömmliche Anlage.

Ein weiterer Grund für die hohen Baukosten sind die umfangreichen Erdarbeiten. Rund 90 000 Kubikmeter Erde - das entspricht etwa 9000 Lkw-Ladungen - müssen bewegt werden. Außerdem ist der Bau einer rund 15 Meter hohen neuen Halle zur Einhausung der Schaltanlage geplant. Für den Bau ist eine Erweiterung der bestehenden Fläche des Umpannwerks nötig. Der Grund und Boden dafür ist bereits im Besitz von Tennet, aber noch verpachtet. Für das neue Umspannwerk muss eine Streuobstwiese in der Nähe weichen, Ausgleichsmaßnahmen - wenngleich nicht alle innerhalb Ludwigsaus - sind geplant.

Die Pläne von Tennet wurden von den Bürgern mit Skepsis aufgenommen. Vor allem besteht die Sorge, dass noch weitere Leitungen an eine dann leistungsfähigeres Umspannwerk angeschlossen werden. Bürgermeister Baumann kündigte Protest an.

Von Kai A. Struthoff 

Was die Nachbarn des Umspannwerks zu den Plänen sagen, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe Hersfelder Zeitung.

Kommentare