Kinderchor begeistert mit Musical von Eva Württemberger

Am Tag, als der Zirkus verboten werden sollte

Der Kinderchor des Gesangvereins Concordia Ersrode. Foto: Apel

Ersrode. Es gibt sie, die Paragrafenreiter, die alles gerade ausgerichtet haben wollen. Die überlange Haare und zu große Schuhe bemängeln, die bei jeder Gelegenheit Aktenvermerke anfertigen lassen und Verwarnungsgeld festsetzen.

Einer von ihnen ist Oberverwaltungsrat Müller 1. Er ist am frühen Samstagabend im Kindermusical „Der Tag, als der Zirkus verboten werden sollte“ im Festzelt in Ersrode unterwegs, in dem sich der Zirkus Buntelli auf sein Gastspiel vorbereitet. Eigentlich sind es ja die 27 Jungen und Mädchen des Kinderchores des 135 Jahre jungen Gesangvereins Concordia Ersrode, die seit über einem halben Jahr am Proben sind und die anlässlich des Sängerfests des Sängerbezirks Lützelstrauch eine Vorstellung geben wollen.

Alle schnell gefesselt

Schnell haben sie die Zuschauer mit ihrer von gleich zwei Direktoren (Johanna Brand und Rosa Högel) geleiteten bunten Zirkuswelt gefesselt, die mit einer „unglaublichen Jonglierschau“ überzeugt und in der der Magier mit dem schwarzem Zylinder (Jule Schmoll), der „starke Otto“ (Emily Sinning) und die Zirkusprinzessin (Mia Högel) mit all ihren kleinen Prinzessinnen ihr Bestes geben. Natürlich sind auch Clowns und Musikanten dabei, allesamt herrlich kostümiert, und da bleibt es nicht aus, dass sich Müller 2 (Helen Köhler), der vergleichsweise menschliche Assistent von Müller 1 (Hannah Bohl), darauf einlässt, mitzutanzen. Er hilft den Kindern sogar, als der unerbittliche Oberverwaltungsrat – weil alles so laut ist und angeblich auf Weisung von Bürgermeister Baumann – den Zirkus verbietet.

Begeistertes Publikum

„Alle müssen dafür sein, dass der Zirkus in der Stadt bleibt! Das ist die Lösung!“, ruft Müller 2, und das aus Mamis, Papis und einer großen Sängergemeinde bestehende Publikum stimmt begeistert zu. Toll, dass es dazu kommt, dass die Verbotsverfügung zerrissen wird und dass die Schau mit einem lauten Knall beginnen kann!

Fabian Fuchs (8), Zweitklässler und einer der Mitstreiter, erzählt, dass es unheimlich Spaß gemacht hat, das Musical zusammen mit Chorleiterin Maike Bohl einzustudieren: „Jeder durfte sich eine Rolle aussuchen und Maike war auch gar nicht streng mit uns!“ Am meisten hat ihn aber gefreut, dass das Publikum so toll mitgemacht und geklatscht hat. Das findet auch Mirja Werner (4), die noch in den Kindergarten geht und der vor allem das Verkleiden Spaß gemacht hat.

Natürlich ist auch Maike Bohl zufrieden. Sie hat in zwei Gruppen mit den Kleinen und Großen geübt und gemerkt, wie eifrig alle bei der Sache waren, als es auf das Ende zuging. Josef Koster, der Chorleiter des Sängerkreises Alheimer, ist glücklich darüber, dass in Ersrode so viel für und mit dem Nachwuchs getan wird: „Ich bin begeistert!“ Ähnlich drückt es Horst Weichgrebe, der Vorsitzende des Sängerbezirks Lützelstrauch, aus, und er fügt hinzu: „Maike ist eine fantastische Chorleiterin!“ Das findet auch das Publikum und spendet reichlich Applaus. Auch Bürgermeister Baumann, der ob des Unsinns ein ernstes Wort mit Müller 1 sprechen will und der zur Wiedergutmachung schon mal ein großes Eis für alle Kinder in Aussicht stellt.

Von Wilfried Apel

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