Ludwigsau fordert Trasse abseits der Siedlungen

Für Stellungnahme zu wenig Angaben

Thomas Baumann

Ludwigsaus parteiloser Bürgermeister Thomas Baumann hat ein Problem, die Stromtrassen zu kommentieren, die im Entwurf des Netzentwicklungsplans vorgesehen sind. Bislang kenne er nur den Start- und Endpunkt, der Verlauf dazwischen sei unbekannt.

Irgendwo zwischen Brunsbüttel im Norden und Großgartach im Süden muss die Gleichspannungsleitung verlaufen. Mecklar, das mit seinem Umspannwerk bereits Anlaufpunkt für andere Trassen ist, liegt in diesem Korridor. Die Leitung könnte aber auch einen ganz anderen Weg durch Nordhessen nehmen.

„Ich kann erst Stellung nehmen, wenn ich eine konkrete Linie habe“, sagt Baumann auf Anfrage. Jetzt sei zwar Gelegenheit, um zu den Plänen Stellung zu beziehen. „Aber was soll ich da schreiben, wenn nicht einmal klar ist, ob Ludwigsau betroffen ist?“, fragt sich Baumann. Grundsätzlich fordere er, dass die Leitungen möglichst weit weg von der Wohnbebauung verlegt werden.

Zumal es für Mecklar noch um weitere Stromleitungen geht: Im Planfeststellungsverfahren zur 380-kV-Leitung, die von Wahle kommt, muss noch die genaue Trassenführung festgelegt werden. Baumann hofft auf die „Waldtangente Ludwigsau“. Dort, abseits der Wohnbebauung, sei auch eine Bündelung mit anderen Trassen möglich. Auf der von Netzbetreiber Tennet vorgelegten Trasse wäre das laut Baumann „ein Super-Gau“.

Darüber hinaus gehe es noch um die Verbindung von Mecklar nach Grafenrheinfeld in Franken. Laut ursprünglichem Zeitplan sollte sie 2017 das Stromnetz verbessern. Doch auch die Strecke Wahle – Mecklar sollte längst gebaut sein, sagt Baumann. Die vorhandene Trasse von Mecklar nach Vieselbach komme voraussichtlich mit neuen Leitungen aus. (mcj)

Kommentare