Der Herausforderer: Der parteilose Dirk Buchenau aus Saasen will Bürgermeister von Neuenstein werden

Sprecher der Unzufriedenen

Dirk Buchenau aus Saasen ist 34 Jahre alt und will Bürgermeister von Neuenstein werden. Foto: nh/Lutz Rodriges

Saasen. Dirk Buchenau aus Saasen hat das Gefühl, dass viele Menschen in seinem Umfeld unzufrieden sind. Deshalb will er Bürgermeister werden und sich hartnäckig und mit Nachdruck für Verbesserungen einsetzen Wir stellen ihn im Interview vor:

Was hat Sie bewogen, in Neuenstein als Bürgermeister zu kandidieren?

Dirk Buchenau: Ich gehe jedes Mal wählen, aber es verändert sich nichts. Das ist frustierend. Ich stehe dafür, dass Versprechen gehalten und dass Pläne durchgezogen werden. Deshalb bin ich von vielen Bürgern angesprochen worden. Die Bürger haben mich aufgestellt.

Welche Bürger? Haben Sie eine Wählergruppierung hinter sich?

Buchenau: Nein. Das waren Leute aus dem Bekanntenkreis, aber auch Personen, die sich von der Gemeinde im Stich gelassen fühlen.

Wo sehen Sie in Neuenstein Schwachstellen?

Buchenau: Es gibt zu wenige Arbeitsplätze. Und neue Wohngebiete brauchen wir auf jeden Fall. Wir wollen hier mehr Firmen ansiedeln und zwischen den Parteien vermitteln

Sie sind ja bisher kommunalpolitisch nicht in Erscheinung getreten. Wie haben Sie sich informiert über die Anliegen in Neuenstein? Waren Sie bei den Sitzungen des Gemeindeparlaments?

Buchenau: Nein, ich bin ja hier aufgewachsen. Und da erkennt man gewisse Strukturen und kennt auch die Leute. Politisch unscheinbar heißt nicht, dass ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe.

Fühlen Sie sich denn als der Sprecher der Unzufriedenen?

Buchenau: Ja, auf jeden Fall.

Und wie groß würden Sie deren Anteil einschätzen?

Buchenau: Ein Drittel bis zwei Drittel.

Was würden Sie als Bürgermeister als erstes anpacken, wenn Sie gewählt würden?

Buchenau: Ich würde auf jeden Fall auf mehr Bürgernähe setzen und die Bürger mehr integrieren bei den Vorhaben der Gemeinde. Ich würde auch mehr Bürgerversammlungen abhalten. Und natürlich würde ich mich für Lärmschutz entlang der Autobahn und für den Naturschutz einsetzen. Ich würde die Leute auf jeden Fall über alles aufklären.

Was sollte Ihrer Meinung nach in Neuenstein verbessert werden?

Buchenau: Die öffentlichen Plätze sollten schöner gestaltet und sauber gehalten werden. Es sollte mehr Angebote für Alt und Jung zusammen geben. Was baufällig ist, muss saniert werden.

Von Seiten der Gemeinde oder wollen Sie die Eigentümer dazu bringen, dass sie das tun?

Buchenau: Reparaturbedürftg sind ja auch Gemeindeflächen. Und die müssen saniert werden, auch die Kindergärten, Sportplätze, Gehwege und die Infrastruktur in den Dörfern ganz allgemein.

Die Kindergärten sind aber meines Wissens nach gerade in den vergangenen Jahren saniert worden.

Buchenau: Ja, aber nur die Häuser. In Raboldshausen, zum Beispiel, da ist die Treppe baufällig. Da heben Bäume die Platten an und die Kinder stolpern über die Treppenstufen. Da will ich auch die Bürger mit einbeziehen. Vieles kann man auch gemeinsam erledigen. Bei den Bürgergesprächen können die Menschen alles ansprechen, was in den Dörfern so los ist.

Wie wollen Sie das Gemeindeparlament ohne eine eigene Mehrheit überzeugen?

Buchenau: Ich gründe meine eigene Partei.

Wie haben Sie ihren Wahlkampf gestaltet? Was haben Sie gemacht, um die Neuensteiner zu informieren?

Buchenau: Ich habe Flyer verteilt und habe Informationsstände vor den Einkaufsmärkten gemacht, wo die Leute mich ansprechen konnten. Außerdem bin ich auf Facebook präsent, weil ich vor allem auch die Jüngeren ansprechen und zur Wahl bewegen möchte.

Als Bürgermeister muss man ja viel unterwegs und bei jeder Vereinsfeier präsent sein. Mögen Sie Feiern, Feste und öffentliche Auftritte?

Buchenau: Ja. Ich bin täglich in der Öffentlichkeit präsent und habe kein Problem damit, auch mal im Mittelpunkt zu stehen.

Sie wären als Bürgermeister auch Chef einer Verwaltung. Trauen Sie sich das zu?

Buchenau: Ja, auf jeden Fall. Ich wirke ja auch in der Verwaltung unseres Betriebs mit.

Wie stehen Sie zu Suedlink und den Windkraftplänen für Neuenstein?

Buchenau: Die Stromtrasse, die hier um das Schloss gebaut werden sollte, die muss ja nicht sein. Das nützt nur den Bayern. Wir haben hier ja schon den Lärm von der Autobahn und die Eisenbahn und sind genug belastet. Und da brauchen wir hier unsere Natur nicht noch weiter zerstören. Vor allem, weil der Strom ja für den Export bestimmt ist. Von daher ist es mir sehr wichtig, für meine Kinder Neuenstein so zu erhalten wie es ist, ohne die Riesen-Stromtrasse und die Windkraft aber mit Lärmschutz gegen den Krach.

Von Christine Zacharias

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