Theatergruppe des Wandervereins Aua begeisterte mit dem Schwank „Schöne Ferien“

Der schönste Campingplatz

Die letzten Sonnenstrahlen tauchten zum Beginn der turbulenten Vorstellung den romantischen Innenhof in warmes Licht. Peter (2. von links) schnorrt Eier bei Gottfried Hansemann (links). Klaus, Martha und Erika (rechts) mischen sich ein. Foto: Schmidl

Saasen. Die Schmidts haben ihren Platz geräumt. Kein Streit, kein Lärm störte jahrelang die himmlische Ruhe der Eheleute Hansemann (Nina Rossbach und Heini Schwarz) im Campingurlaub in unmittelbarer Nachbarschaft der alten Leutchen. Bis dahin war die Welt auf dem Campingplatz im Innenhof von Schloss Neuenstein noch in Ordnung, auf dem am Freitag und Samstag herzerfrischendes Laientheater fast 600 Besucher köstlich amüsierte.

Stück muss ins Freie passen

„Schöne Ferien“ heißt der Schwank in drei Akten aus der Feder von Bernd Gombold, den sich die Theatergruppe des Wandervereins Aua in diesem Jahr ausgesucht hat. „Das Stück musste ins Freie passen“, erklärt Petra Schaub, die Regie geführt hat und in die Rolle von Klaus Muffels (Gustav Paulussen) Schwiegermutter geschlüpft ist. Die beiden liegen im Dauerclinch. „Schwiegersöhne kann man sich nicht aussuchen“, stöhnt Martha. Klaus würde die Alte am liebsten im prähistorischen Museum ausstellen – Abteilung Drachen und sonstige Monster.

Ausgerechnet Klaus Muffel, ein streitsüchtiger Polterer und Stänkerer, seine Frau Erika (Konni Sokolowski) und seine Schwiegermutter nehmen bei ihrem Schmalspururlaub den freien Platz neben den rücksichtsvollen Hansemanns in Beschlag.

Die großartige Darstellung der verschiedenen Charaktere wurde immer wieder mit Szenenapplaus gewürdigt. Der galt auch Ingo Bernhardt in seiner Rolle als Tom Hansemann, der nach Jahren seine Eltern besucht, weil er Geld braucht. Doch die beschließen, ihm mit einer vorgetäuschten Insolvenz ein Schnippchen zu schlagen und tauschen mit Muffels einfach die Plätze und damit auch die Verhältnisse. Tom kommt in Begleitung von Zuckerbaby Jenny (Babette Schaub), die sich mit seiner Hilfe eine Modelkarriere erhofft, letztendlich aber mit ihrem wahren „Ich“ als Punkerin einen genialen Auftritt hat.

Der Spaß kam bei diesem turbulenten Lustspiel keinesfalls zu kurz. Dafür sorgte auch die Campingplatz-Nachbarin Frauke (Manuela Braun) als Erziehungs- und Lebensberaterin, die aufgrund ihrer ständigen Bühnenpräsenz mit ganz viel Text lobend hervorzuheben ist. „Die ist hochgradig bekloppt“, findet dagegen Peter der Schnorrer (Thomas Kaschik), der sich als gemeiner Dieb entpuppt. Letztendlich kehrt auf dem Campingplatz wieder Ruhe ein und selbst Klaus und sein Schwiegerdrache haben sich lieb.

Donnernder Applaus

Donnernder Applaus belohnte die Protagonisten, die viele Wochen mit viel Ehrgeiz und Energie geprobt haben und beim großen Auftritt sehr textsicher agierten. Das gelungene Bühnenbild fügte sich harmonisch in das zauberhafte Ambiente des Schlossinnenhofes ein, für den guten Ton sorgte Gerhard Hess.

Die perfekte Organisation der gesamten Veranstaltung lag in den Händen von Paul Schmidt und Reinhold Riehl. Der Dank von Moderator Bernd Budzik galt allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne und dem lieben Gott, der „für das wunderbare Wetter sorgte“.

Von Gudrun Schmidl

Kommentare