48-jähriger Zollbeamter aus Ludwigsau will Bürgermeister in Hünfeld werden

Roland Koch tritt für CWE an

Der Hünfelder CWE-Vorsitzender Hermann Quell (rechts) freut sich über das einstimmige Votum für Roland Koch (links). Foto: Burkhardt

Mecklar/HÜNFELD. Die Frankfurter Rundschau hat ihn mal zum berühmtesten Zollbeamten Deutschlands gekürt. Mit seinem Namensvetter, dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten, will Roland Koch aus Mecklar aber lieber nicht verglichen werden. Lieber würde der 48-Jährige Bürgermeister von Hünfeld werden. Die CWE (Christliche Wähler-Einheit) nominierte den Parteilosen einstimmig zum Kandidaten.

„Berühmt“ geworden ist Roland Koch durch die Reportagereihe „24 Stunden“ auf Sat1, die ihn bei seiner Aufgabe als Zollbeamter am Flughafen Frankfurt mehrfach begleitete. Immer nett, immer korrekt, aber unerbittlich fischt er da die Reisenden aus der Schlange, die etwas einschmuggeln wollen. Die FR meint: „Roland Koch kriegt sie alle.“

Jetzt „kriegte“ er immerhin schon mal alle 14 Stimmen der anwesenden CWE-Mitglieder. Ihnen stellte er sich als „geradlinig, ehrlich, transparent“ vor. Koch schreibt sich Durchsetzungsvermögen zu, aber auch die Gabe, auf andere zuzugehen. Er liebe die Region Osthessen, zu der er auch seinen Heimatort im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zählt. Seine Kandidatur sei kein Spaß, sondern er wolle etwas bewegen. Den Leuten das Vertrauen in die Politik zurückgeben mit Offenheit und Transparenz.

Ein Wahlprogramm will Roland Koch erst erarbeiten, aber er hat zumindest eine Idee: „In Hünfeld sollten morgens und nachmittags jeweils drei ICs halten, die Richtung Frankfurt fahren, damit die jungen Leute dort arbeiten, aber weiter hier wohnen können. Das würde hier auch Kaufkraft halten“, schlägt er vor. Koch, der eine Lebensgefährtin hat, die als Juristin beim Finanzamt Frankfurt arbeitet, kündigt an, bei einer Wahl nach Hünfeld zu ziehen. Außerdem: Zehn Prozent seines Gehalts will er für einen guten Zweck spenden. Die Bürger sollen entscheiden, wofür.

Koch traut sich zu, eine Verwaltung und Mitarbeiter zu führen. Letzteres tue er jetzt, und das habe er auch schon in seiner 13-jährigen Zeit als Zeitsoldat getan. Dass er noch nicht so viel Erfahrung im Politischen hat, ficht ihn nicht an: „Als Bürgermeister wird man nicht geboren, da muss man reinwachsen“, sagt Koch, der bis auf eine kurze Phase als Juso politisch bislang noch nicht aktiv war.

Von Alexander Gies

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