RP misst den Lärm vom Windpark-Wehneberg

Rohrbacher Protest zeigt erste Erfolge

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Symbolbild, Windräder im Abendlich

Ludwigsau. Das Regierungspräsidium in Kassel nimmt jetzt doch eigene Geräuschmessungen im Ludwigsauer Ortsteil Rohrbach vor. Das teilt die „Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Ludwigsau“ mit, die seit langem für derartige Messungen kämpft. Grund ist der Lärm der Windräder auf dem Bad Hersfelder Wehneberg.

„Die Beschwerden aus Ludwigsau an das Regierungspräsidium waren derart massiv, dass die Behörde jetzt eigene Lärmmessungen vornimmt“, sagt Markus Sauerwein, Erster Vorsitzender der BI. Seit die Anlagen in Betrieb sind, haben viele Rohrbacher den Lärm, der von dem Windpark ausgeht, gemessen.

„Über die Messwerte waren wir erschüttert“, sagt Markus Sauerwein. Allerdings waren die ersten Messungen anfechtbar, weil sie mit Handy-Apps ausgeführt wurden und keine rechtliche Beweiskraft hatten.

„Deshalb haben wir uns ein eigenes, offiziell genehmigtes Messgerät angeschafft und einen Kurs belegt, wie eine korrekte und rechtssichere Messung durchzuführen ist“, sagt Markus Sauerwein. Auch die fachkundig ausgeführten Messungen bestätigten den Verdacht der Bürgerinitiative. „Wir haben nachts bis zu 55 Dezibel gemessen. Für ein Wohngebiet sind aber maximal 40 Dezibel erlaubt“, sagt Sauerwein. „Das, was hier passiert, ist absolut nicht hinnehmbar.“

Von den Messungen des RP wird nun abhängen, wie es für die Rohrbacher weitergeht. Denn bis zum Jahresende hat der Betreiber der Anlagen Zeit, anhand seiner eigenen Dokumentation nachzuweisen, dass die Anlagen sich im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen bewegen. Erst dann erhält er die nötige Betriebsgenehmigung.

Sauerwein und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass ein uneingeschränkter Betrieb des Windparks ausgeschlossen ist. „Bereits jetzt gibt es Laufzeitenbeschränkungen, weil die Windkraftwerke massiv in das Leben der Waldtiere eingreifen. Wenn die Emissionswerte der Anlagen endgültig dokumentiert sind, werden wir sehen, inwieweit der ursprünglich planmäßige Betrieb der Anlangen überhaupt noch gewährleistet werden kann“, teilt der BI-Vorsitzende mit. (red/kai)

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