BI: Lärm-Grenzwerte am Wehneberg werden überschritten – Kassel verteidigt Messung

Rohrbacher attackieren RP

Sie machen Lärm und werfen Schatten: Die Windräder auf dem Wehneberg. Foto: nh

Ludwigsau. Die „Bürgerinitiative (BI) für ein l(i)ebenswertes Ludwigsau“, übt scharfe Kritik an der angeblich „oberflächlichen Prüf- und Genehmigungspraxis“ des Regierungspräsidiums Kassel. Nach Informationen der BI bekomme der Betreiber des Windparks am Wehneberg die Einhaltung der Lärmgrenzwerte nicht in den Griff. Deshalb sei nun bereits eine zweite Abnahmemessung erfolgt, heißt es in einer Mitteilung der Initiative.

Die erneute Messung sollte nachweisen, dass der von den Windturbinen erzeugte Lärm im zulässigen Bereich bleibt. „Doch obwohl die Rotorblätter anders gestellt und poliert, sowie mit Folien bespannt und diverse Änderungen an den Anlagen vorgenommen wurden, bleiben die gemessenen Werte drastisch über den genehmigungsfähigen Höchstwerten“, berichtet der erste Vorsitzende Markus Sauerwein. Eigene Messungen der BI hätten ergeben, dass die Werte weit über den zulässigen Lärmgrenzen liegen.

„Der Regierungspräsident versucht offensichtlich, erteilte Genehmigungen zu bestätigen. Obwohl hier hochbezahlte Experten tätig sind, hat bisher niemand festgestellt, dass in Teilen von Rohrbach nur 40 dB (allgemeines Wohngebiet) und nicht 45 dB (Mischgebiet) genehmigungsfähig sind. Die Bevölkerung muss Lärmwerte von 55 dB und darüber ertragen. Das ist unzumutbar“, kritisiert Sauerwein.

Auf unserer Zeitung bestätigt der Sprecher der Regierungspräsidiums, Michael Conrad, dass tatsächlich eine zweite Prüfung vorgenommen wird. Ebenso wie bei der ersten Messung geschehe dies, weil sich Bürger beschwert haben. Während der ersten Messung habe es aber Reperaturarbeiten an den Windrädern auf dem Wehneberg gegeben, weshalb die Werte nicht aussagefähig waren. „Deshalb gibt es jetzt eine weitere Prüfung – das sollte im Interesse der Bürger sein“, sagt Michael Conrad.

„Im Sinne der Bürger“

Die BI indes beharrt darauf, dass das Regierungspräsidium, „zu seinem Fehler steht und die gesetzliche Lärmgrenze von 40 dB beachtet“. Die vorgesehene dauerhafte Betriebsgenehmigung könne angesichts der Geräuschemissionen gar nicht erteilt werden, behauptet Sauerwein.

Er verweist zudem auf die zusätzliche Belastung der Bürger in Rohrbach durch den Schlagschatten der Anlagen. „Es wäre schön, wenn der Regierungspräsident im Sinne der Bürger handeln würde und nicht nur im Sinne der Investoren“, so Sauerwein. (kai)

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