Pfarrer Frank Weber geht von Raboldshausen ans CVJM-Kolleg in Kassel

Der Reiz neuer Aufgaben

Noch längst nicht alle Bücher sind im neuen Domizil der Familie Weber in Bad Hersfeld eingeräumt. Von dort will Pfarrer Frank Weber mit dem Zug nach Kassel pendeln. Foto: Zacharias

Raboldshausen/Bad Hersfeld. Ein wenig wie ein Jongleur ist sich Pfarrer Frank Weber in den vergangenen Wochen vorgekommen. Denn eigentlich ist er seit 1. September Theologischer Dozent am CVJM-Kolleg in Kassel. Da er aber zugesagt hatte, seinen Kollegen Michael Zehender aus Obergeis während dessen Elternzeit von Mitte August bis Mitte Oktober zu vertreten, kümmerte er sich parallel zu seinen neuen Aufgaben sowohl um die Pfarrstelle Obergeis als auch um die in Raboldshausen. Dort musste auch der neue Jugendreferent Jonny Renger eingearbeitet werden. Gleichzeitig hat die Familie Weber noch ihren Umzug nach Bad Hersfeld organisiert.

„Das waren ziemlich viele Bälle, die da gleichzeitig in der Luft zu halten waren“, erzählt Frank Weber und ist dankbar für die Unterstützung, die er zum Beispiel von Pfarrerin Ute Bätzing bekam, die die Beerdigungen in den Gemeinden im Geistal übernahm.

Abschied fällt nicht leicht

Leicht fällt Frank Weber der Abschied aus Raboldshausen nicht. Zehn Jahre hat er dort gelebt und gearbeitet in einer sehr lebendigen Gemeinde. „Es war nie langweilig“, erinnert er sich gerne. Vor allem musikalisch verfüge die Gemeinde mit Gospelchor, Posaunenchor, Jungbläsern, Frauenchor und dem der Kirchengemeinde sehr verbundenen MGV Oberes Geistal über große Schätze. „Da kann man ganz viel gestalten“, hat Weber festgestellt. Auch seine Familie hat sich in Raboldshausen immer sehr wohl gefühlt.

Spaß hatte er auch an der Kinder- und Jugendarbeit, an Gottesdiensten im Kindergarten, der enge Zusammenarbeit mit der Schule, wo er und sein Kollege Michael Zehender Projekttage gestaltet haben oder auch der Jugendarbeit, die seit einigen Jahren von Jugendreferenten im Anerkennungsjahr unterstützt wird. Jugendgottesdienste, Familiengottesdienste, Krabbelgottesdienste und viele andere besondere Gottesdienste mehr hat er mit den Menschen aus Raboldshausen, Mühlbach und Salzberg, aber auch mit den anderen Neuensteinern gefeiert. Denn in den vergangenen Jahren sind die evangelischen Kirchengemeinden enger zusammengerückt. Weber ist überzeugt davon, dass es irgendwann tatsächlich eine Kirchengemeinde Neuenstein mit zwei Pfarrern geben wird.

Erst einmal wird die Pfarrstelle in Raboldshausen jedoch vakant sein. Die Hoffnung, dass sie bereits im November wieder besetzt werden könnte, hat sich nicht erfüllt. Am morgigen Sonntag, 20. Oktober, wird Pfarrer Frank Weber mit einem Gottesdienst, der um 14 Uhr beginnt und von allen Chören mitgestaltet wird, verabschiedet. Dann widmet er sich mit voller Energie seinen neuen Aufgaben am CVJM-Kolleg.

Dort hat er bereits in den vergangenen zehn Jahren einige Stunden in der Woche unterrichtet. Es sei wichtig, dass Leute, die aus der Praxis kämen, am Kolleg unterrichteten, sagt Weber. Da er selbst auch die praktische Ausbildung der Jugendreferenten in der Gemeinde sowie die Ausbildung von Vikaren begleitet hat, fühlt er sich für seine neuen Aufgaben gut gerüstet. Die hätten ihn, so erklärt er, einfach sehr gereizt. Er hat nicht nur Freude am Unterrichten, sondern auch an theologischen Studien. Beides gehört zu seinem neuen Job.

Dem Kirchenkreis Hersfeld bleibt Frank Weber erhalten. Er ist mit seiner Familie nach Bad Hersfeld gezogen und wird von dort mit dem Zug nach Kassel pendeln. Außerdem bleibt er Pfarrer der Landeskirche und wird einen Predigtauftrag in der Region bekommen.

Von Christine Zacharias

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