Michael Schmidt züchtet seit acht Jahren Lamas – Hengstfohlen kam am 6. Dezember

Nikolaus im Mäntelchen

Michael Schmidt aus Obergeis mit seinem jüngsten Lama-Nachwuchs. Der kleine Hengst kam unbemerkt am Abend des 6. Dezember zur Welt und heißt deshalb, wie könnte es anders sein, Nikolaus. Foto: Maaz

Obergeis. Nikolaus ist noch etwas tapsig unterwegs, weiß sich zwischen den Großen aber schon zu behaupten. Das schwarz-weiße Lamababy von Züchter Michael Schmidt aus Obergeis hat nicht nur eine besonders hübsche Zeichnung, es hatte sich auch eine besondere Nacht ausgesucht, um im Dunkeln das Licht der Welt zu erblicken.

Schon seit Tagen hatte Schmidt damit gerechnet, dass das Jungtier geboren wird, doch nichts passierte. So verging der 6. Dezember, es wurde dunkler und kälter, und am nächsten Morgen staunte der Züchter nicht schlecht. Irgendwann kurz vor Mitternacht am Nikolaustag muss das Hengstfohlen zur Welt gekommen sein.

Der Name stand somit gleich fest: Nikolaus. Die schwarz-weiße Zeichnung verdankt das junge Fohlen seinen Eltern. Mama Flocke ist weiß, Vater Djego braun-schwarz.

Seit acht Jahren züchtet Michael Schmidt Lamas. „Das sind einfach tolle Tiere“, meint der 43-Jährige. Die Idee habe er schon ewig gehabt, doch die Lamazucht ist ein kostspieliges Hobby. Als ihm vor acht Jahren schließlich ein Bekannter „für kleines Geld“ eine Lamastute anbot, die nur drei gesunde Beine hatte, konnte Schmidt einfach nicht nein sagen.

16 Tiere umfasst die Herde inzwischen, darunter acht Stuten. Die Hengste stehen getrennt, um Kämpfe zu vermeiden. Lamas sind laut Schmidt pflegeleichte Tiere mit geringen Ansprüchen. Sie können das ganze Jahr über draußen weiden, Michael Schmidt füttert sie zusätzlich mit Heu und Kraftfutter. Ein Unterstand schützt im Sommer vor Hitze und im Winter gegen Kälte. Dank ihres dicken Winterfells und einer ausreichenden Speckschicht macht ihnen aber auch der Schnee nichts aus. Nur der kleine Nikolaus trägt noch eine wärmende Decke, bis sein zotteliges Fell dichter geworden ist. Im Mai müssen die Lamas geschoren werden, aus der Wolle stricken fleißige Frauen gerne Pullover, Hüte oder Taschen.

Im Sommer beginnt dann auch die „Arbeit“. Denn Schmidt bildet seine Lamas zu Trekkingtieren aus. Die Tiere lernen, sich führen zu lassen und Sättel beziehungsweise Taschen zu tragen. Einige Trekkingslamas hat Schmidt schon an Landschulheime oder Bauernhöfe verkauft. Sein erstes Tier, die gehandicapte Stute, steht heute übrigens auch auf einem Erlebnisbauernhof in der Nähe von Göttingen.

In Obergeis sind die Lamas natürlich ein echter Blickfang. „Vor allem Kinder sind ganz verrückt danach“, berichtet der stolze Züchter lachend. „Es gibt aber auch immer wieder Leute, die fragen, warum ich mir das antue“, sagt Schmidt. Ihm mache die Arbeit mit all den Tieren einfach Spaß. Neben den 16 Lamas hat der 43-Jährige nämlich noch einige andere Tiere zu versorgen.

Von Nadine Maaz

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