Mehr Aktive in der Ludwigsauer Einsatzabteilung, aber der Nachwuchs fehlt

Neues Trio führt die Wehr

Das neue Führungstrio der Feuerwehr Ludwigsau (von rechts): Thorsten Ernst, Sebastian Lehn und Daniel Herbst. Foto: Manns

Ludwigsau. Mit überwältigender Mehrheit ist Thorsten Ernst aus Meckbach zum neuen Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Ludwigsau gewählt worden. Als ersten Stellvertreter bestimmte die Versammlung Daniel Herbst aus Ersrode und zum zweiten Stellvertreter Sebastian Lehn aus Friedlos.

Um die Wahl eines zweiten stellvertretenden Gemeindebrandinspektors zu ermöglichen, war schon vor einiger Zeit die Satzung für die Feuerwehr von der Gemeindevertretung geändert worden. Der bisherigen Amtsinhaber Detlev Marschall konnte aus Altersgründen nicht wiedergewählt werden, sein Stellvertreter Herbert Rudolph verzichtete aus persönlichen Gründen auf eine Wiederwahl.

Marschall hatte vor den Wahlen auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Ludwigsauer Feuerwehren in der „Besengrundhalle“ seinen Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr vorgelegt. Erfreulich sei ein Personalzuwachs bei den Aktiven von 20 Einsatzkräften. In der flächenmäßig größten Gemeinde Hessens sind 1413 Bürger Mitglied in den 13 Ortsteilfeuerwehren, davon 329 Aktive in den Einsatzabteilungen. In der einstigen Männerdomäne leisten 50 Feuerwehrfrauen aktiven Dienst.

Zu insgesamt 34 Einsätzen mussten die Ortsteilwehren in 2012 51 mal ausrücken, wobei der Rettungseinsatz wegen gekenterter Kanus auf der Fulda der spektakulärste war. Hinzu kamen einige Brandsicherheits-und Unfallsicherheitsdienste sowie die Sicherungsmaßnahmen bei Laternenumzügen. Auf die Fort- und Weiterbildung der Aktiven wird in Ludwigsau großer Wert gelegt, so besuchten die Frauen und Männer 68 Lehrgänge auf Kreis-und Landesebene.

Ein Problem gibt es in Ludwigsau bei den 111 ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern, von denen nur 84 einsatzbereit sind. Die Gründe dafür liegen meistens bei den fehlenden Tauglichkeitsuntersuchungen (G 26). Diese alle drei Jahre zu wiederholende Untersuchung bei einem dafür zugelassenen Facharzt ist zwingende Voraussetzung für das Tragen des Pressluftatmers im Einsatz oder bei Übungen.

Marschall appellierte an die Verantwortlichen der Gemeinde, sich auch weiterhin für die Belange des Brandschutzes einzusetzen und bedankte sich bei allen Wehrleuten für deren geleistete Arbeit.

Bei den Jugendfeuerwehren sieht es nicht ganz so gut aus. Von den 2012 zehn gemeldeten Jugendfeuerwehren mussten zwei wegen fehlenden Nachwuchses dichtgemacht werden, berichtete Gemeindejugendwart Stephan Albracht. Bei den noch acht Jugendfeuerwehren und vier Kinderfeuerwehren sind 154 Mitglieder gemeldet.

Bürgermeister Thomas Baumann stellte in seiner Rede fest, dass sich der Verbund der Ortsteilwehren wieder sehr gut bewährt habe. Die Ludwigsauer Wehren seien in der Lage, qualifizierte Hilfe rund um die Uhr zu leisten. Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass sich Jugendliche freiwillig in eine Organisation einbinden, um dem Nächsten zu helfen und dabei noch ihr eigenes Leben oder die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Baumann wies außerdem auf die Beschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs-Wasser für die Wehr Gerterode in diesem Jahr und die umfangreiche Erneuerung bei den Atemschutzgerätschaften hin.

Zum Löschmeister wurde Mischa Henning (Meckbach) und zur Löschmeisterin Janina Horn (Mecklar) befördert. Zu Oberlöschmeistern Cedric Höhn (Mecklar), Christoph Berk (Friedlos) und Stefan Fuchs (Reilos). Zum Hauptlöschmeister Daniel Herbst (Ersrode), zu Brandmeistern Robert Apel (Meckbach) und Christoph Knoth (Friedlos), zum Oberbrandmeister Thorsten Ernst (Meckbach).

Von Gerhard Manns

Kommentare