Hilfsangebot für Senioren und behinderte Menschen

Neuenstein will eine Pflegeeinrichtung

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Aua. Die Gemeinde Neuenstein will sich verstärkt um die Ansiedlung einer Pflegeeinrichtung für schwerbehinderte Menschen sowie für Seniorinnen und Senioren kümmern. Diesen politischen Wunsch äußerten in ihrer Jahresabschlusssitzung der Gemeindevertreterinnen und -vertreter von SPD und CDU übereinstimmend.

Den Antrag, der Gemeindevorstand möge mit einem Träger der Behindertenhilfe ein Konzept für ein Wohn- und Pflegeheim entwickeln, hatte die SPD gestellt. Die Idee dafür stamme jedoch von Bürgermeister Walter Glänzer, machte Reiner Emmerich (SPD) in seiner Antragsbegründung deutlich. Es habe bereits Gespräche mit verschiedenen Trägern gegeben, die grundsätzlich positiv auf den Plan reagiert hätten. Konkret seien diese Verhandlungen aber nie geworden.

Mit ihrem Antrag, so Emmerich, wolle die SPD nun ein wenig Druck ausüben. Ein einstimmiges Votum solle den Verantwortlichen deutlich machen, dass die Pflegeeinrichtung in Neuenstein wirklich gewollt und notwendig sei. Deswegen solle auch Geld im Haushalt 2016 dafür bereitgestellt werden.

Zeitpunkt relativ günstig

Den Zeitpunkt, die Pläne jetzt auch verwirklichen zu können hält Emmerich für relativ günstig. In Hessen solle jetzt ein System der personenzentrierten Hilfen eingeführt werden mit wesentlich individuelleren Hilfsangeboten. Die Träger seien deshalb gefordert, dezentrale Angebote zu entwickeln.

Mit einer guten Infrastruktur mit Arzt, Lebensmittelgeschäften und Rettungsdienst vor Ort, einem aktiven Hilfeverein (MuM), aktiven Kirchengemeinden und einer toleranten Bürgerschaft sieht Emmerich gute Voraussetzungen in Neuenstein für eine solche Einrichtung. Bedarf gebe es auch, nicht nur, weil immer mehr Senioren und Seniorinnen alleine lebten, ohne Angehörige, die die Pflege und Betreuung übernehmen könnten, sondern auch, weil immer mehr jüngere Menschen in Folge von Unfällen oder Krankheiten pflegebedürftig würden.

Die CDU-Fraktion befürwortete den Antrag grundsätzlich, betonte deren Sprecher Roland Urstadt. Sie hatte jedoch einige Änderungsvorschläge. In bewährter Weise einigten beide Fraktionen sich auf einen gemeinsamen Antrag, dem sie dann auch einmütig zustimmten.

Von Christine Zacharias

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