Adventsvesper in Rohrbach – Gäste aus Lettland begeisterten

Musikalischer Winter: Konzert mit vier Chören

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Gemeinsamer Auftritt: Die Sängerinnen und Sänger des Frauensingkreises Rohrbach und des Männergesangvereins Rohrbach unter der Leitung von Stefan Jacob.

Rohrbach. Zu einer musikalisch fast schon paneuropäischen, immer wieder neu begeisternden, aber auch nachdenklich stimmenden Adventsvesper hatten gleich vier Chöre in die Kirchen der Besengrundgemeinden Gerterode und Rohrbach eingeladen.

Am Nikolausabend war es die Mecklarer Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich, die die Besucher im Rohrbacher Gotteshaus begrüßte und die bedenkenswerte Worte dazu fand, wie der Advent die Menschen aus dem eingefahrenen Trott, aus Sackgassen und falschen Sicherheiten locken und gute Begegnungen ermöglichen will.

Musikalische Türöffner waren der Frauensingkreis Rohrbach unter der Leitung von Nelly Neufeld („Jetzt kommt die Weihnachtszeit“), der Männergesangverein Rohrbach unter der Leitung von Stefan Jacob („Hymne an die Nacht“) und beide Chöre gemeinsam mit dem ursprünglich von Roy Black gesungenen Lied „Weihnachten bin ich zu Haus“.

Dann schon stellte sich der aus dem östlichen Lettland angereiste, mit den Rohrbacher Sängern freundschaftlich verbundene Kammerchor „Dziedkopa“ vor. Sein Name bedeutet so viel wie „Singen wir zusammen!“, und diesem Leitgedanken wurden die zum Teil noch recht jungen Sängerinnen und Sänger mehr als gerecht. Angefangen bei ihrem lateinisch vorgetragenen gregorianischen Adventsgesang bis hin zu vielen weiteren anspruchsvollen Werken: Sie begeisterten ein ums andere Mal. Insbesondere die auch als Organistin auftretende Jacinta Ciganovica wurde vom Publikum mit viel Applaus gefeiert.

Russisch angehauchte Melodien steuerte der ebenfalls von Nelly Neufeld inspirierte Chor „Rjabinuschki“ bei. Wie man es von ihm gewöhnt ist, nahm er die Zuhörer mit in die alte Heimat, wo sich die Menschen in der dunklen Jahreszeit am Tannenduft verströmenden Ofen wärmten und wo der Glockenklang besonders hell war. Ein „Winterwunderland“ eben, das sehr gefühlvoll auch der Frauensingkreis interpretierte.

Der Männerchor beflügelte die Fantasie der im Gotteshaus versammelten Gemeinde, als er –anrührend und gewaltig zugleich – seinen Traum vom auserwählten Jerusalem besang, in dem es keine Mauern mehr gibt, sondern nur noch Brücken. Weitere Höhepunkte waren das „Trommellied“ und – von allen gemeinsam gesungen – Beethovens Europahymne „Ode an die Freude“, für die sich das Auditorium mit wahren Ovationen bedankte. Advents- und Weihnachtsabende setzen eben Emotionen frei und lassen ans Herz, was Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich so ausdrückte: „Das wahre Leben besteht vielleicht eher aus den Augenblicken, die uns den Atem rauben.“ (apl)

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