Tanner Theatergruppe begeistert mit Schwank „Alles Liebe – oder was?“

Morgens Fango, abends Tango

Sekt fließt und alles ist gut: Alena (Leonie Dick, von links), Nena (Eva Klippert), Julia (Sophie Hess), Sabine (Leonie Hess) und Alenas geplagter Freund Rico (Michael Dinger). Foto: Apel

Tann. Rote Luftballonherzen umrahmen die Bühne der Besengrundhalle. Irmgard Schmidt, zwei Nachwuchs-Schauspielerinnen, vier Tänzerinnen und die vier Jahre junge Tiama Dinger heißen das Publikum herzlich willkommen. In Tann ist Theaterzeit, und natürlich dreht sich alles um die Liebe.

In einer Taverne zunächst, in die es Opa Jupp (Karl-Heinz Bickhardt) verschlagen hat. Er vergnügt sich mit seinen beiden Kumpels beim Kartenspielen und mit der rothaarigen Mascha (Eva Klippert) beim Tangotanzen – frei nach dem Motto: „Morgens Fango, abends Tango!“ Noch ehe er sich an sie ranmachen kann, lösen die Polizistinnen Melissa (Sophie Hess) und Nicole (Leonie Dick) die Versammlung auf und bringen ihn mitten in der Nacht nach Hause. Bei seinen Kindern, Hanna (Beate Dick) und Niclas Koch (Helgo Pfau), stellt er sich dumm. Die sind allerdings auch nicht von Pappe. In schönster Harmonie gaukelt einer dem anderen beim Frühstück vor, dass er Überstunden machen muss und dass er erst spätabends nach Hause kommt. Insgeheim plant jeder ein Treffen mit seiner Internet-Bekanntschaft: Hanna mit Dr. Lukas Sommer (Timo Schönhauer), dem sich vernachlässigt fühlenden Psychologen und Paartherapeuten, bei dem Niclas in die Sprechstunde geht, Niclas mit dessen Ehefrau Nicole (Kathrin Schuch), der „Wildkatze“ Netty.

Da Niclas dummerweise noch ein weiteres Treffen arrangiert hatte, überredet er seinen Arbeitskollegen Rico (Michael Dinger), ihm die entsprechende Dame „abzunehmen“.

Das bekommen Ricos nichtsahnende Freundin Alena (Leonie Dick) und deren Freundinnen Julia (Sophie Hess) und Nena (Eva Klippert) durch Zufall mit. Sie lassen Rico auffliegen. Erst als dieser alles aufklärt und zwei Wochen Mallorca-Urlaub in Aussicht stellt, fließt von der Bedienung Sabine (Leonie Hess) gelieferter Sekt und alles wird gut.

Überkreuz-Treffen

Ähnlich läuft es beim Überkreuz-Treffen im Koch’schen Wohnzimmer. Noch ehe der mit Moschusduft getränkte Lukas sein „Lasso“ auswerfen kann, kommt Niclas früher als erwartet nach Hause. Lukas muss in die Kammer flüchten, wo er von Opa Jupp aufgestöbert und ins Wohnzimmer befördert wird. Hier kommt es nach diversen Überraschungen zum reinigenden Gewitter und am Schluss sind alle quitt – schließlich heißt der von den zehn, zum Teil sogar in Doppelrollen agierenden Protagonisten mit viel Spielfreude gegebene Schwank ja „Alles Liebe – oder was?“.

Seine besondere Würze erhält das Werk durch diverse, insbesondere zu Lasten des Bürgermeisters und der Gemeindeverwaltung gehende Witzchen, aber auch durch thematisch zu den jeweiligen Szenen passende, von Nadine Dinger einstudierte und während der Pausen aufgeführte Tänze. Am kommenden Freitag, 31. Oktober, 19.30 Uhr, wird das von Irmgard Schmidt geschriebene und inszenierte Stück noch einmal aufgeführt.

Weitere Fotos gibt es im Internet unter www.hersfelder-zeitung.de.

Von Wilfried Apel

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