250 Dinge, die wir an der Region mögen (184): Der Hauksgrund bei Biedebach und die Dicke Eiche

Ein malerisches Wiesental

Den feuchten Hauksgrund regelmäßig zu mähen ist keine leichte Aufgabe. Doch nur so kann das Landschaftsschutzgebiet erhalten werden. Fotos: Wolfgang Hild

Biedebach. In Ludwigsau, zwischen Tann und Biedebach, erstreckt sich umgeben vom Waldgebiet der Haukuppe und des Gebrannten Kopfes der Hauksgrund, im Volksmund „Hauk“ genannt. Das fünf Kilometerlange und 250 bis 300 Meter breite Landschaftsschutzgebiet gehört zur Gemarkung Biedebach.

Der Hauksbach fließt durch ein malerisches Wiesental und wird nach seiner Hauptquelle von weiteren zahlreichen Quellen gespeist. Dadurch entstehen viele Feuchtgebiete, welche die Bewirtschaftung der Wiesen erschweren.

Funde von Steinen und Scherben geben laut dem Archäologen Dr. Sippel Hinweise auf zwei Siedlungen vor etwa 1000 Jahren. Ob die alte „Dicke Eiche“ mehr darüber erzählen könnte? Dieses imposante Naturdenkmal steht an der Kreuzung von Hauksgrund und Kirchweg. Da es in Biedebach früher keine Kirche gab, gingen die Biedebacher auf dem Kirchweg – heute noch so genannt – an der „Dicken Eiche vorbei zum Gottesdienst nach Untergeis.

Heute wird das ruhige Tal von Spaziergängern und Radfahrern geschätzt. Aber ein-, zweimal im Jahr wird es hektisch: Die Heu- und Grummeternte steht an, wegen der Lage eine besondere Herausforderung für Landwirte und die Weidegemeinschaft Biedebach. Erst ab dem 15. Juni darf aus Naturschutzgründen gemäht werden.

Eile ist angesagt, wenn der sorgenvolle Blick nach oben herannahende Gewitterwolken entdeckt. Überlieferter Spruch des ehemaligen Gast-und Landwirtes Wilhelm Apel – heute noch oft zitiert: „Heumachen bei schönem Wetter ist keine Kunst, das kann jeder“.

Des einen Leid ist des andern Freud: die vielen feuchten Bereiche bieten eine Nahrungsquelle für den seltenen Schwarzstorch, der dort schon seit Jahren bei der Futtersuche beobachtet wird. Auch ein Luchs ist schon gesehen worden, worauf der Naturfilmer Andreas Kieling im vergangenen Jahr den Hauksgrund aufsuchte. Im August machen sich Alt und Jung auf den Weg, wenn die Feuerwehr Biedebach zum Haukfest einlädt. Nach dem Gottesdienst in freier Natur werden bei guten Speisen und Getränken alte Biedebacher Geschichten erzählt und die Kinder mit lustigen Spielen unterhalten.

Beobachter sehen mit Sorge, dass der einzigartige Wiesengrund an einigen Stellen zuwächst (verbuscht). Pessimisten meinen sogar, dass es diese schöne Landschaft in ein paar Jahren nicht mehr geben wird. Setzen wir alles daran, dass sie nicht Recht behalten werden!

Kommentare