380-KV-Leitung: Raumordnung soll gekippt werden

Ludwigsau will Trasse neu planen

Ludwigsau. Einstimmig hat sich die Gemeindevertreterversammlung von Ludwigsau dafür ausgesprochen, das Raumordnungsverfahren für die geplante 380-KV-Leitung aufzuheben. Hintergrund ist die Ankündigung von Trassenbetreiber TenneT nun doch mehrere neue Verlaufsvarianten zu prüfen (wir berichteten).

Auch eine Zusammenlegung der 380-KV-Leitung mit der Bahnstromtrasse soll nun doch möglich sein und daher geprüft werden. Zudem teilte TenneT mit, dass auch das Umspannwerk im Mecklar komplett umgebaut werden muss.

„In Ludwigsau ist jetzt alles wieder offen, jeder Quadratzentimeter der Gemeinde wird untersucht und beplant“, schimpfte SPD-Fraktionschef Rainer Koch im Parlament. Auch Karl Scholz von der CDU sprach von einem „Tollhaus erster Kategorie. Was hier passiert, ist eine Katastrophe für die Bürger“.

Zuvor hatte Bürgermeister Thomas Baumann vom Verlauf der Gespräche mit TenneT am „Runden Tisch“ berichtet, der „erbärmlich eckig war und nichts gebracht hat.“ Die Gemeinde fühle sich verschaukelt. „Hier wird Baurecht durch Gesetz geschaffen, da können wir debattieren, solange wir wollen“, befürchtet Baumann.

Die Gemeinde verlangt nun von Regierungspräsident Walter Lübke, das bisherige Raumordnungsverfahren aufzuheben und neu zu planen. Davon erhofft sich die Gemeinde eine bessere Verhandlungsposition. (kai) Lokalseite 5

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