Gemeindeparlament einstimmig gegen Pipeline

Ludwigsau will keine Kali-Leitung

Ludwigsau. Einstimmig hat sich die Gemeindevertretung von Ludwigsau auf Antrag der SPD-Fraktion gegen den Bau einer Kali-Abwasserleitung durch das Gemeindegebiet ausgesprochen. Das Parlament reagiert damit vorsorglich auf ein laufendes Raumordnungsverfahren für den möglichen Bau einer Pipeline aus dem Werratal zur Nordsee.

Zwar sei man für den Erhalt der Arbeitsplätze bei K+S, die Abwasserleitung sei aber ein privatrechtliches Vorhaben, das nicht der Versorgung der Bürger in der Gemeinde diene, argumentierte SPD-Fraktionschef Rainer Koch. Die mögliche Trassenführung entlang der bereits vorhandenen Midal-Gasleitung stehe nicht im Einklang mit der Natur und tangiere drei Wasserschutzgebiete. Zudem seien die Bürger der Gemeinde bereits durch zwei Bahnstrecken, die Bundesstraße 27 und die diversen Stromtrassen erheblich belastet. Alternativ schlägt die SPD vor, die Abwasserleitung nach Vorbild von Hochsee-Pipelines direkt in Werra und Weser zu verlegen. Die CDU hingegen regt einen Trassenverlauf entlang der Flüsse an.

Beides ist allerdings weder technisch noch umweltrechtlich möglich, wie K+S-Sprecher Ulrich Göbel auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Als Gründe nannte er die zu geringe Wassertiefe der Flüsse, Schleusen und Staustufen, die Schifffahrt sowie den speziellen Naturschutz im Uferbereich. (kai) Zum Tage

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