Aufbau einer „Generationenhilfe“ hat begonnen

Ludwigsau rüstet sich für den Wandel

Ludwigsau. Die Gemeinde Ludwigsau plant den Aufbau einer Nachbarschafts- und Generationshilfe, um damit auf die Herausforderungen des Demografischen Wandels reagieren zu können. An einem ersten Treffen, zu dem Bürgermeister Thomas Baumann eingeladen hatte, nahmen jetzt 25 Bürger teil.

In seinen Begrüßungsworten wies Bürgermeister Baumann darauf hin, dass die Gemeinde noch vor 30 bis 40 Jahren keine Nachbarschafts- und Generationenhilfe gebraucht hätte. Jetzt aber verändere sich die Gesellschaft. „Wir werden weniger werden“, sagte Baumann. Schon im Jahre 2030 – also in nur 18 Jahren – werde die prognostizierte Einwohnerzahl in Ludwigsau um bis zu 1000 Menschen geringer sein als heute. Für Friedlos bedeutet dies eine Verringerung der Einwohnerzahl um 17 Prozent, für Hainrode sogar um 29 Prozent. Das hat eine Studie ergeben. Grund für Baumann, jetzt die Zukunft zu gestalten.

Einen Schritt voraus ist auf diesem Gebiet die Gemeinde Neuenstein, für die Bürgermeister Walter Glänzer und Pfarrer Michael Zehender über die Erfahrungen mit ihrem Verein „MuM – Menschen“ berichteten, der seit einigen Jahren in Neuenstein beispielhaft funktioniert.

Pfarrer Zehender betonte, dass es dem Verein nicht nur um Senioren geht, sondern dass die Hilfe von allen für alle angeboten und nachgefragt werde. Gerade der Austausch zwischen den Generationen festige die Hilfsstruktur und mache die Unterstützungsbereitschaft vielfältig und abwechslungsreich. Trotzdem sei die Nachfrage noch eher gering. Dennoch sei es wichtig, dass derartige bürgerschaftliche Hilfsangebote existieren und die Menschen in der Gemeinde darauf zurückgreifen können.

Bürgermeister Walter Glänzer, der im Rahmen der kommunalen Tätigkeiten die Aufgaben des Vereins begleitet, schilderte beeindruckende Einzelfälle aus den Hilfspatenschaften in die auch Jugendliche eingebunden sind. Dies sei „praktische Generationenhilfe jenseits theoretischer Hochglanzbroschüren“.

In Ludwigsau soll nun zum weiteren Aufbau eines solchen Unterstützungsangebot ein weiteres „Multiplikatorentreffen“ am 21. März stattfinden. Ein besonderes Potenzial sieht Baumann bei Vereins- und Verbandsvertretern sowie den Kirchen, die er gezielt dazu einladen will. (red/kai)

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