Harsche Kritik an Trassenvorschlägen von Tennet

Ludwigsau fühlt sich veralbert

Thomas Baumann

Ludwigsau. „Die Leute waren geplättet.“ Mit diesen knappen Worten fasst Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann die Reaktion der Gemeinde auf die Variantenprüfung von Tennet zusammen. Man könne die Planer nur beglückwünschen – seit 2006 werde die Trasse projektiert, dann jahrelang überarbeitet, und am Ende kommt wieder der ursprüngliche Trassenverlauf heraus – so laute die ironische Bilanz in Ludwigsau. In der Gemeinde habe man den Eindruck, dass die Bedenken der Bürger gar nicht verstanden werden wollten.

Gestern hatte Tennet die Ergebnisse der Variantenprüfung zunächst beim Runden Tisch mit dem Landrat und danach in einer Gesprächsrunde mit den Gemeindevertretern vorgestellt. Der Bürgermeister hält die von Tennet vorgenommenen Bewertungen für nicht nachvollziehbar. Viele Beurteilungen seien verbal vorgetragen worden, überprüfbar sei gar nichts. „Das Vorgehen von Tennet ist an Arroganz nicht zu überbieten“, urteilt der spürbar verärgerte Bürgermeister. Dennoch sieht er rein rechtlich derzeit keine Möglichkeit zu reagieren. „Diese Form der Mitbestimmung ist eine Veralberung der Bürger.“

Baumann will nun einen geharnischten Brief an die beiden Bundestagsabgeordneten schreiben, die er für die Situation mitverantwortlich macht. „So werden wir die Energiewende nicht hinkriegen“, orakelt Baumann. (kai)

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